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Kugelfische

Allgemeine Informationen

Die Familie der Kugelfische (Tetraodontidae) gehört zur Unterordnung der Kugelfischähnlichen (Tetraodontoidei).
Sie besteht aus zwei Unterfamilien, den Rundkopfkugelfischen (Tetraodontinae) und den Spitzkopfkugelfischen (Canthigasterinae). Letztere besteht aus nur einer Gattung nämlich Canthigaster. Es sind derzeit knapp 200 Arten bekannt.

Ihre Körperlänge variiert zwischen 2 Zentimetern (Carinotetraodon travancoricus) und 120 Zentimetern beim Riesenkugelfisch (Arothron stellatus), der auch aquaristisch in den Handel kommt und gepflegt wird. Es versteht sich von selbst, so ein solches Tier ist nicht in einem normalen Heimaquarium zu halten.

Rein von der Körperform her sieht man schon den Unterschied zu anderen Korallenfischen. Kugelfische haben eine rundliche und dabei gedrungene Gestalt. Sie haben keine Bauchflossen.

Kopf und Augen sind im Vergleich zum Körper stark ausgebildet. Das Fortkommen erfolgt überwiegend durch die Brustflossen, Rückenflosse und Afterflosse sind nur unterstützend tätig, die Schwanzflosse dient als Steuerruder.

Der Kugelfisch ist zwar damit nicht sehr schnell, aber dafür äußerst wendig, und zwar in alle Richtungen. Bei Gefahr können Kugelfische sich aufpumpen, um somit Angreifern eine deutlich größere Gestalt vorzugeben. Oft gelingt es dem Angreifer nicht, das nun deutlich größere Tier zu verschlingen.
Dieses Aufblasen sollte allerdings nicht vom Pfleger forciert werden, weil es Stress-pur für das Tier bedeutet.
Generell sind Kugelfische im Aquarium nicht einfach zu vergesellschaften und damit eher etwas für den erfahrenen Aquarianer.

Eine nicht zu unterschätzende Sache ist zudem das richtige Futter. Kugelfische muss man hinsichtlich ihres Ernährungszustandes moglichst genau beobachten und ihnen, vor allem, das akzeptierte Futter bieten. Sie sollten möglichst mit kleinem Futter versorgt werden (Garnelen, Muscheln). Kugelfische neigen recht stark zum Betteln, was einen dazu verleitet, viel zu viel zu füttern. Es sind daher keinesfalls einfach zu pflegende Fische.

Zu guter Letzt erscheint es uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass in solchen Becken Glasheizer, Thermometer und Kabel geschützt werden müssen, da diese Tiere auch dort hineinbeißen können.

Zur Giftigkeit eine interessante Abhandlung von Michael Megerle.


Tetrodotoxin - Das Gift des Kugelfisches

Zur Familie der Kugelfische (Tetraodontidae) gehören etwa 150 Arten. Ihre Größe variiert zwischen 2 und 120 Zentimetern. Kugelfische sind weltweit verbreitet in einem Gürtel von 47 Grad südlicher bis 47 Grad nördlicher Breite. Die meisten Arten kommen im Salzwasser, in Küstengebieten und an Korallenbänken vor. Einige Arten leben im Süß- oder Brackwasser. Seinen Namen hat der Kugelfisch auf Grund seiner Körperform erhalten, die von den typischen Fischgestalten stark abweicht. Dem rundlichen Körper stehen nur verkümmerte Brust-, Rücken- und Afterflossen zur Fortbewegung zur Verfügung. Der Schwanz dient als Steuer. Bauchflossen besitzt er gar nicht. Der Kugelfisch kann sich nur langsam fortbewegen. Zur Abschreckung von Raubfischen kann er sich mittels Wasseraufnahme schnell aufpumpen und damit sein Volumen enorm vergrößern. Seine lederartige, giftige Haut ist schuppenlos und besitzt kurze Stacheln, die beim Aufblähen als Widerhaken dienen. Raubfischen ist es so kaum möglich, den Kugelfisch zu verschlingen. Das eigene, schnabelähnliche Maul besteht aus Zähnen, die zu einer oberen und einer unteren Zahnleiste verwachsen sind. Damit gehört er zu den hochentwickelten Knochenfischen, wissenschaftlich als Tetraodontidae = Vierzähner bezeichnet.


Weitere bekannte marine Organismen, bei denen ebenfalls Tetrodotoxin vorkommt, sind der blaugeringte Tintenfisch, der Papageienfisch, der Kaiserfisch, bestimmte Seesterne, manche Krabbenarten, die Meeresgrundel, bestimmte Meeresschnecken und einige Algenarten. Auch der bei Aquarianern beliebte Zwergkugelfisch (Carinotetraodon travancoricus) ist, wie die Mehrheit aller Vertreter dieser Art, giftig.
Der wohl bekannteste Vertreter unter den Kugelfischen ist der Fugu. In Japan ist er als kulinarische Spezialität geschätzt, obwohl (oder gerade weil?) er giftig ist. In Japan muss jeder, der mit Fang, Handel oder Zubereitung des Fugu zu tun hat, eine spezielle Ausbildung und Lizenz besitzen. Trotzdem sterben immer noch Menschen durch den Verzehr. In Deutschland ist die Einfuhr und Zubereitung von Fugu als Nahrungsmittel gesetzlich untersagt.

Einer jüdischen Speiseregel zufolge ist die Giftigkeit des Kugelfisches schon lange bekannt. Zitat: „Dies dürft ihr nicht essen von dem, was im Wasser lebt: Alles, was Flossen und Schuppen hat, könnt ihr essen. Was aber keine Flossen und Schuppen trägt, dürft ihr nicht essen. Als unrein hat es euch zu gelten.“ (Deuteronomium 14).


Das tödliche Gift

Der Giftgehalt eines Kugelfisches ist sehr abhängig vom geographischen Standort und saisonalen Kriterien, wie beispielsweise der Laichzeit. Das Gift kann dabei durch Kontakt über die Haut aufgenommen werden, durch Verzehr oder als Pulver eingeatmet werden. Hauptbestandteil des Kugelfischgiftes ist Tetrodotoxin (TXX), welches vorrangig in Haut, Leber, Gallenblase, Darm, Keimdrüsen und Eiern des Fisches gebildet wird. Tetrodotoxin ist eines der stärksten bekannten nicht proteinartigen Gifte. Die letale Dosis für einen erwachsenen Menschen beträgt 1-2 mg. Für eine 20 Gramm schwere Maus nur 16 Millionstel Gramm. TXX ist damit 1000 mal toxischer als Cyanit und 10–100 mal toxischer als das Gift der Schwarzen Witwe. Tetrodotoxin ist wasserlöslich und hitzestabil.

Das Nervengift wirkt nicht auf die Hirnnerven, sondern ausschließlich auf die peripheren Nerven. Hier hemmt TXX die Weiterleitung der Nervenreize in dem es den Natriumionen-Transport durch die Zellmembranen blockiert. Dabei reicht ein einziges Molekül pro Kanal aus, damit keine Aktionspotentiale mehr ausgelöst werden. Die Folgen sind motorische und sensible Lähmungen.

Die Reizbarkeit der Skelettmuskulatur und die Kontraktionsfähigkeit des Herzmuskels werden herabgesetzt. Die Wirkung des Giftes führt dann bei klarem Bewusstsein zu einer vollständigen Lähmung. Durch Atemlähmung oder Herzstillstand tritt dann der Tod ein. Wird die Vergiftung frühzeitig erkannt, besteht die Chance, den Körperkreislauf und die Atmung zu stabilisieren. In seltenen0 Fällen kann die Wirkung des Giftes innerhalb von 24 Stunden abklingen ohne beim Opfer bleibende Schäden zu hinterlassen.

Es gibt Hinweise darauf, dass Tetrodotoxin nicht direkt von den oben benannten marinen Lebewesen produziert wird, sondern von Einzellern (Bakterien) mit denen sie eine Symbiose eingehen. So produzieren beispielsweise die oben benannten Amphibien und Fische in Zuchtstationen kein TXX. Werden sie jedoch mit Gewebematerial von toxinproduzierenden Artgenossen gefüttert oder ausgewildert, setzt die Giftproduktion ein.

Tetrodotoxin wird schulmedizinisch neben Morphin bei malignen Erkrankungen als schmerz- und krampflösendes Arzneimittel eingesetzt.

Die Wirkungsweise des Giftes
Die Vergiftungserscheinungen treten in einem rasanten Tempo auf. So kommt es bereits nach 5 bis 30 Minuten zum Einsetzen der ersten Symptome. Dazu gehören Taubheitsgefühl (nach Verzehr zuerst im Mundbereich), Ameisenlaufen im Gesicht und an den Gliedern, Schwäche, Schwindel, Koordinationsschwierigkeiten, Gangunsicherheit, Muskelkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen. Wenn das Taubheitsgefühl sich über den ganzen Körper ausgebreitet hat, tritt häufig ein Gefühl des Schwebens auf, Lähmungen setzen ein und greifen auf Herzmuskel und Respirationstrakt über. Es kommt zu Kreislaufstörungen, Tachykardie oder Bradykardie, Zyanose und Brustschmerzen. Auf Grund der Lähmungen kann das Opfer sich meist nicht mehr verständigen. Der Tod tritt bei vollem Bewusstsein durch Atemlähmungen oder Kreislaufversagen ein. Die Zeit von der Vergiftung bis zum Tod ist u. U. sehr kurz. Belegt ist der Tod eines Opfers innerhalb von 17 Minuten.
Es gibt bisher kein Gegenmittel, Vergiftungen sind immer lebensbedrohlich!!

(Quelle: http://homeda.wordpress.com)



Systematik
Ctenosquamata
Acanthomorpha
Stachelflosser (Acanthopterygii) Barschverwandte (Percomorpha)
Ordnung: Kugelfischverwandte (Tetraodontiformes)
Familie: Kugelfische
Wissenschaftlicher Name: Tetraodontidae

Unterfamilien:
Spitzkopfkugelfische (Canthigasterinae)
Rundkopfkugelfische (Tetraodontinae)


Eine Zusammenfassung von Lars Greiss einem Kugelfischexperten:

Die Kugelfischfamilie im Meerwasser lassen sich auf drei Arten beschränken, die für die Aquaristik interressant sind .

Canthigaster spp., Arothron spp. und Sphoeroides spp.
Arten wie Takifugu spp. und andere werden, wenn überhaupt, extrem selten importiert und sind zum Teil auch sehr schwer haltbar!!

Bei allen Kugelfischen gilt beim Kauf das besondere Augenmerk auf die Zähne und den Gesamtzustand. Alle Kugelfische besitzen oben und unten eine Zahnleiste, die permanent nachwächst und nur durch das richtige Füttern permanent abgenutzt wird!
Das heißt, zum Speiseplan gehören Muscheln, Garnelen, SPS-Korallen und auch Lebendgestein, wo sie hin und wieder auch mal reinbeißen (um Mysis oder etwas in der Art zu fangen).....also alles was hartschalig ist.
Bei Kugelfischen, die im Geschäft schon zu lange Zähne haben (eine Operation ist sehr heikel und auch nicht tiergerecht!!!), ist beim Kauf Abstand zu nehmen.
Auch bitte keine abgemagerten Tiere (sieht man leider oft) aus
Mitleid kaufen. Meistens geht das schief!!!
Ansonsten recht leicht zu pflegende Fische.
Bis auf die Augen sehr krankheitsunempfindlich.
Bei Arothron spp. und Sphoeroides spp. sei noch drauf hingewiesen, dass sie im juvenilen Alter Brackwasserbewohner sind, sowie das alle recht groß werden,und entsprechende großzügige Becken zur Verfügung haben müssen.

Arothron

Canthigaster

Chelonodon

Ephippion

Lagocephalus

Mola

Sphoeroides

Takifugu

Tetraodon

Torquigener