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Sphoeroides testudineus Kugelfisch

Sphoeroides testudineus wird umgangssprachlich oft als Kugelfisch bezeichnet. Haltung im Aquarium: Nur für erfahrene Halter geeignet. Es wird ein Aquarium von mindestens 1300 Liter empfohlen. Giftigkeit: Giftig.



Steckbrief

lexID:
1192 
Wissenschaftlich:
Sphoeroides testudineus 
Umgangssprachlich:
Kugelfisch 
Englisch:
Checkered puffer 
Kategorie:
Kugelfische 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Chordata (Stamm) > Actinopterygii (Klasse) > Tetraodontiformes (Ordnung) > Tetraodontidae (Familie) > Sphoeroides (Gattung) > testudineus (Art) 
Erstbestimmung:
(Linnaeus, ), 1758 
Vorkommen:
Amerikanische Jungferninseln, Antigua und Barbuda, Äquatorialguinea, Aruba, Bahamas, Belize, Bermuda, Brasilien, Britische Jungferninseln, Cayman Inseln, Costa Rica, Djibouti, Dominikanische Republik, Equador, Französisch-Guayana, Golf von Mexiko, Grenada, Guadeloupe, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaika, Kuba, Martinique, Montserrat, Nicaragua, Panama, Puerto Rico, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Süd-Amerika, Suriname, Trinidad und Tobago, Turks- und Caicosinseln, USA, Venezuela, West-Atlantik  
Größe:
bis zu 39cm 
Temperatur:
23°C - 27°C 
Futter:
Artemia, adult (Salzwasserkrebschen), Flockenfutter, Frostfutter (große Sorten), Kammerlinge (Foraminiferen), Muschelfleisch, Muscheln (Mollusken), Mysis (Schwebegarnelen), Stinte 
Aquarium:
~ 1300 Liter 
Schwierigkeitsgrad:
Nur für erfahrene Halter geeignet 
Nachzucht:
Keine 
Giftigkeit:
Giftig 
Verwandte Arten im
Catalogue of Life:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2007-05-28 15:49:51 

Gift


Sphoeroides testudineus ist (sehr) giftig und das Gift kann Sie unter Umständen töten!!!
Wenn Sie Sphoeroides testudineus halten möchten, informieren Sie sich vor dem Kauf über das Gift und dessen Wirkung. Bewahren Sie einen Zettel mit der Telefonnummer des Giftnotrufs und allen nötigen Informationen zu dem Tier neben Ihrem Aquarium auf, damit Ihnen im Notfall schnell geholfen werden kann.
Die Telefonnummern des Giftnotrufs finden Sie hier:
Übersicht Deutschland: GIZ-Nord
Übersicht Weltweit: eapcct.org

Dieser Hinweis erscheint bei giftigen, sehr giftigen und auch Tieren, deren Gift Sie sofort töten kann. Jeder Mensch reagiert anders auf Gifte. Bitte wägen Sie daher das Risiko für sich UND Ihr Umfeld sehr genau ab, und handeln Sie nie leichtfertig!

Haltungsinformationen

(Linnaeus, 1758)

Von Torsten Scholl: die Endgröße konnte mir keiner genau sagen, der Fisch wird, so vermute ich, zwischen 30 cm und 40cm groß.
Die Temperatur sollte zwischen 23 u. 26 C° betragen.
Dieser Kugelfisch vergräbt sich im Sand, daher braucht er einen feinen Bodengrund (Live Sand wäre meiner Ansicht nach am besten) und dabei eine Bodenhöhe von mind. 7 cm.
Wenn er vergraben ist, nimmt er den Farbton vom Sand an.
Er hat jede Nacht den gleichen Schlafplatz.

Jeden Tag kann ich das selbe Ritual beobachten, er frisst erst danach verschwindet er an seiner Schlafstelle.
Als Besonderheit ist vielleicht anzumerken, dass dieser Kugelfisch, als mir einziger Bekannter, sichtbare Zähne hat, er sieht dabei aus wie ein Kaninchen.
Mit diesen Zähnen knackt er alle Arten von Muscheln, auch wenn sie geschlossen sind. (Habe ich leider auch bei meinen Muscheln erlebt).

Als Futter frisst er alles, was er zu beißen bekommt. Bei mir frisst er Muschelfleisch, Stinte, großen Krill, Artemia und Haifischfutter. Und meinen Finger, wenn ich nicht schnell genug beim Füttern bin oder wenn ich etwas im Becken machen muss (es könnte auch blutig enden...).

Gegenüber anderen Fischen ist er weitgehend friedlich.
Nur bei neu einsetzten Fischen sollte man aufpassen und ihn vorher besonders gut füttern, sonst verwechselt er den Neuzugang mit Futter.
Von Lars Greiss kommt noch der Zusatz: In der Natur wie alle Sphoeroides sp. eher ein Seegraswiesenbewohner.
Auch oft in Mangrovengegenden zu finden. Verbreitungsgebiet ist eigentlich der ganze West-Atlantik (Küstennah) von USA (Rhode Island) bis Brasilien.

Dann noch eine, wie ich finde, wichtige Anmerkung: Die meisten Arothronarten sind im Juvenilstadium Brackwasserbewohner und können, auch wenn sie größer sind, durchaus in die Brackwassergebiete wandern (zum Ablaichen).

Meinen Arothron manilensis (juvenil) habe ich am Anfang auch erst im Brackwasser gehalten.
Bei den Sphoeroides spp. kommt es sogar öfters vor, dass sie als Erwachsene auch einfach so in die Brackwassergebiete schwimmen, ohne abzulaichen.
Man vermutet, dass das extrem hohe Nährstoffangebot in den Brackwassergebieten zum Teil dafür verantwortlich ist.
Gerade juvenile Kugelfische brauchen extrem viel Nahrung, da ja nur ca. 10 % bis 20% der Nahrung tatsächlich auch effektiv umgesetzt werden (der Rest wird unverwertet ausgeschieden) und natürlich, weil die Art seines Schwimmens extrem kräfteraubend ist.

Synonyme:
Sphaeroides testudineus (Linnaeus, 1758)
Tetraodon testudineus Linnaeus, 1758

Systematik: Biota > Animalia (Kingdom) > Chordata (Phylum) > Vertebrata (Subphylum) > Gnathostomata (Superclass) > Pisces (Superclass) > Actinopteri (Class) > Tetraodontiformes (Order) > Tetraodontidae (Family) > Sphoeroides (Genus) > Sphoeroides testudineus (Species)

Bilder

Allgemein


Erfahrungsaustausch

The_Birdeater am 15.12.15#1
Ich halte einen Schildkrötenkugelfisch (Sphoeroides testudineus) nun schon fast ein Jahr lang. Erhalten habe ich ihn mehr oder weniger zufällig über De Jong Marinelive, wo er fälschlich als Sphoeroides spengleri (Geperlter Kugelfisch)angeboten wurde. Als ich ihn bestellte und zu Hause auspackte, merkte ich jedoch sofort, dass es kein Sphoeroides spengleri, sondern ein Sphoeroides testudineus ist. Jungfische dieser Art sind öfters auch im Süß- und Brackwasser anzutreffen. Die adulten Fische schwimmen aber überwiegend im Meer. Mein Fisch, der beim Erwerb bereits gut 16cm lang war, wurde bereits in Meerwasser mit einer Dichte von 1.023 bei 25°C geliefert und so konnte ich mir eine Anpassung sparen.

Der Schildkrötenkugelfisch ist kein Riffbewohner und in zugebauten Riffaquarien ist er m.M.n. nicht gut aufgehoben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass er es nicht mag, wenn er wenig Bodenfläche zur Verfügung hat und oft in Kontakt mit Korallen und Anemonen kommt. Das treibt ihn an die Scheiben, was wiederum zum apathischen "Scheibenschwimmen" führt. Der Fisch war in meinem Riffbecken anfangs sehr nervös und agil, schwamm permanent apathisch die Scheibe hoch und runter. Auch nach Wochen änderte sich dieses Verhalten nicht. Erst als ich das Becken umbaute und seinen natürlichen Lebensraum bestmöglich nachstellte, änderte sich sein Verhalten abrupt. Sämtliches Lebendgestein samt Anemonen, Korallen etc. wurde entfernt und durch hochwertige und meerwassertaugliche Kunstwurzeln (Mangrove)ersetzt. Die Beleuchtung wurde gegen gängige Tageslichtröhren aus dem Süßwasserbereich getauscht. Der Fisch hatte nun deutlich mehr Schwimmraum und vor allem viel mehr freie Bodenfläche sowie gedämpftere Lichtverhältnisse. Nun kam der Fisch zur Ruhe. Er liegt nun den ganzen Tag über ruhig auf dem Boden. Häufig gräbt er sich auch im Aragonit-Livesand ein. Ab und an schwimmt er langsam durch die Äste der künstlichen Mangrovenwurzeln. Zwischen den Kunstwurzeln wachsen reichlich Kriechsprossalgen (Caulerpa taxifolia) hoch, welche sich durch das ganze Becken ziehen und für mehr Deckung sorgen.

Die Ernährung ist unkompliziert und er hat sofort jegliche Arten von Frostfutter angenommen. Besonders gern werden Sandgarnelen, kleine Miesmuscheln und Stinte gefressen. Damit eine Zahnabnutzung garantiert wird, sollten ab und an auch lebende Schnecken und Muscheln mit Schale gereicht werden. Der Fisch ist inzwischen auf gut 19cm herangewachsen und wird wohl auch nicht mehr sehr viel größer werden. Die hier angegebene Maximalgröße ist fraglich, denn diese Art wird selten größer als 20cm. Angaben um 40cm gehen wohl eher auf Verwechselungen mit Sphoeroides annulatus (Bullseye puffer) zurück, der tatsächlich über 40cm lang wird und zudem sehr ähnlich aussieht.

Gegenüber artfremden Fischen zeigt der Schildkrötenkugelfisch keinerlei Aggressivität. Zwar musste ein Großteil der Riffbewohner weichen, aber bis heute schwimmen eine Sechspunkt-Schläfergrundel (Valenciennea sexguttata), ein grüner Junker (Halichoeres chloropterus) und ein Königs-Feenbarsch (Gramma loreto) ohne jegliche Probleme im selben Becken. Während sich die übrigen Riffbewohner nach Abschaltung der Beleuchtung blitzschnell verstecken, wird der Schildkrötenkugelfisch dann erst richtig aktiv. Aquarianer, die bereits Erfahrung mit größeren Kugelfischen gesammelt haben, werden mit dem Schildkrötenkugelfisch keine großartigen Probleme haben. Die Art macht auch mich einen robusten Eindruck. Temperatur- und Dichteschwankungen steckt sie aufgrund ihres natürlichen Lebensraumes gut weg.

In der Meerwasseraquaristik ist die Gattung Sphoeroides wohl eher selten und unpopulär, da hier die Canthigaster- und Arothron-Arten wegen ihrer Fraben dominieren. Lediglich Sphoeroides rosenblatti wird selten mal als Jungfisch im Süßwasser angeboten, was natürlich keine Dauerlösung ist. Nach nun einem Jahr kann ich aber sagen, dass sich zumindest Sphoeroides testudineus sehr gut halten lässt, wenn man erstmal weiss, was diese Art benötigt. Da Kugelfische generell keine Anfängertiere sind, gebe ich den Schwierigkeitsgrad "kein Anfängertier", da er für Kugelfischverhältnisse recht einfach zu halten und zudem recht robust ist.

Übrigens möchte ich noch anmerken, dass das Tier auf dem Foto von Torsten Scholl mit ziemlicher Sicherheit KEIN Sphoeroides testudineus ist. Dafür passen Farbe, Zeichnung sowie die Proportionen von Augen und Maul einfach überhaupt nicht. Das sieht mir persönlich eher nach Sphoeroides greeleyi aus.
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