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Zooplankton

Allgemeine Informationen

Wenn wir über Tierwanderungen sprechen, dann fallen uns schnell einige sehr interessante Beispiele ein:

- Die große Wanderung von 1,2 Millionen Gnus, 400.000 Thomson-Gazellen und rund 250.000 Zebras, die jedes Jahr in Ostafrika auf einem 500 Kilometer langen Rundkurs unterwegs sind,
von der Serengeti im Süden zur Savanne der Masai Mara im Norden und zurück.

https://mobil.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/kenia-und-tansania/serengeti-und-masai-mara/

- Die gigantische Wanderung von etlichen Millionen Sardinen (Sardine Run), die über 1000 Kilometer von Eastern Cape nahe Port Elizabeth und Port Alfred in Süd-Afrika bis nach Mosambik an der Ost-Küste Afrikas zurück legen, um hier, im wärmeren westlichen Indischen Ozean zu Laichen

https://taucher.net/diveinside-sardine_run_suedafrika._die_grosse_jagd-kaz171

- Die riesige Reise von ca. 950.000 Karibus zwischen dem kanadischen Festland und der Victoria-Insel, durch die arktische Tundra, die Berge und den Nordwald.

https://www.spektrum.de/news/gaensemarsch-in-der-rentierherde/1555542

Doch, all diese Mengen an wandernden Tieren sind - in der Tat - nicht viel, wenn wir die tatschlich größte, tägliche Wanderung von Tieren in unseren Ozeanen betrachten.
Die Rede ist vom täglich erfolgenden Aufstieg des Zooplanktons aus den Tiefen der Meere in die Oberflächengewässer der Meere, wo sie ihr Futter suchen, das sauerstoffproduzierende Phytoplankton, pflanzliche Organismen wie z.B. Kieselalgen, Grünalgen, Goldalgen und anderen einzellige Algen sowie Dinoflagellaten und Cyanobakterien, die tagsüber die Fotosynthese betreiben.
Dieses photoautotrophe Plankton wird auch als "Pflanzen-Plankton" bezeichnet, eine gute Unterscheidungshilfe zum Zooplankton, dem "Tierischem Plankton).


Phytoplankton kennen wir auch aus der Tagespresse, wo über die Rote Flut (("Red Tide") oder die Braune Flut (große Teppiche aus Braunalgen aus der Gattung Sargassum) berichtet wird.
In beiden Fällen handelt es sich verheerende Algenblüten, die viele Meerestiere töten.

Wodurch unterscheiden sich Zooplankton noch vom Phytoplankton?

Das Phytoplankton steht am Anfang der Nahrungskette und wird vom Zooplanton gefressen, dieses wiederum von verschiedenen anderen marinen Kleinsttieren bis zum Ende der Nahrungskette, an denen Wale, Hai und Schwertwale stehen.

Phytoplanton ist nur unwesentlich gegen Strömungen und Verdriften in Meer gewappnet, es treibt, wie der Name Plankton, aus dem Griechischem stammend, schon sagt, es ist "das Schwebende", während sich das Zooplankton sich aus eigener Kraft und eigenem Antrieb aktiv bewegen kann.

Zum Zooplankton gehören z.B. Ruderfußkrebse (Copepoden), Rädertierchen (Brachionus), Mysis, Krill, Garnelen, Fischlarven, Moostierchen (Bryozoa), Muschelkrebsen (Ostrakoden), Salzwasseflöhen (Cladocera), Krallenschwänze (Onychura), Blattfußkrebse (Branchiopoda), Ranzenkrebse ( Peracarida) , Asseln (Isopoda) Flohkrebse (Amphipoden), diverse Krustentierlarven, Wimpertierchen (Ciliophora / Ciliata), Kammerlinge (Foraminiferen), Strahlentierchen (Radiolaria), Dinoflagellaten, schwimmende Schnecken (Pteropoden), Meroplanktische Laven, Korallenlarven (Planulalarven), Nauplien, Würmer-Larven (Polychaeten-Larven), Salpen, Bivalvien, sehr viele unbestimmte Arten u.v.a.m.

Je nach Größe wird das Zooplankton unterteilt in:

Megazooplankton oder Megalozooplankton >5 mm, z.B. Medusen, Rippenquallen, Staatsquallen, Salpen
Makrozooplankton 1–5 mm
Mesozooplankton 500–1000 μm
Mikrozooplankton 50–500 μm
Nanozooplankton 5–50 μm
Ultrazooplankton <5 μm
Picozooplankton 0,2–2 μm
Femtozooplankton 0,02–0,2 μm

Ein μm steht für 1 Tausendstel Millimeter!

Neben den Größenangaben wird das Meereszooplankton auch nach der Tiefenverteilung im Meer unterschieden in:

Epipzoolankton (obere 200 Meter)
Bathyzooplankton (unterhalb 200 Metern)
Hypozooplankton (über dem Meeresboden)


Wenn Sie sich fragen, warum wir die Herden aus Gnus, Zebras und Renntieren im Meerwasser-Lexikon genannt haben, dann um ienmal aufzuzeigen, dass die Biomasse in unserer Ozeanen viele größer ist, als auf unseren Kontinenten, ein weiterer und extrem wichtiger Grund, unserer Meere und ihre Bewohner nachhaltig zu schützen!

Wunsten Sie, dass alle Meeresalgen und die Zooxanthellen der Korallen täglich mehr Sauerstoff produzieren als z.B. die "Grüne Lunde der Erde", der Tropische Regenwald im Amazonas?

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