Haltungsinformationen
Das Zwergseepferdchen Hippocampus zosterae ist ein außergewöhnlich klein bleibendes Seepferdchen aus dem subtropischen Westatlantik. Es ist eine Flachwasserart, die im Golf von Mexiko, an der Küste Floridas und auf den Bahamas zu finden ist.
Als alternativer deutscher Namen wird selten Zostera-Seepferdchen oder Florida Zwergseepferdchen verwendet.
Haltung
Es ist unbedingt empfehlenswert ein Aquarium, das speziell auf die Bedürfnisse dieser Art zugeschnitten wurde, einzurichten. Die Dichte sollte bei etwa 1.019 (Specific Gravity) liegen.
Ein Filter, der die kleinen Tiere nicht ansaugen kann (Bodengrund oder Schwammfilter), ist gut geeignet.
Dunkler Sand hebt die Farben der Tiere hervor. Für Festhaltemöglichkeiten ist zu sorgen. Kleinere Schnecken oder sehr kleinbleibende Garnelen (Halocaridina rubra) eigenen sich zur Vergesellschaftung.
Das Aquarien sollte mit 5 bis maximal 40 Liter nicht zu groß sein, damit die notwendige Futterdichte erreicht werden kann.
Desweiteren eignen sich zum Festhalten und tarnen folgende Algenarten: Chaetomorpha linum, Caulerpa prolifera, Caulerpa taxifolia, Botryocladia leptopoda, Caulerpa racemosa, Halimeda opuntia und natürlich noch viele andere Algenarten.
Ernährung:
Hippocampus zosterae ist ein gut getarnter Lauerjäger der sich von kleinen Krebstieren ernährt. Freischwimmende Copepoden werden gerne genommen, aber auch andere winzige Krebstiere stehen auf dem Speiseplan.
Im Aquarium sollten den Tieren mehrfach täglich lebende Artemia oder lebende Copepoden zur Verfügung stehen.
Eine Umstellung auf Frostfutter ist bei Hippocampus zosterae nicht üblich, da die Haltung dadurch aufwändiger wird..
Futter:
Nur Lebendfutter! Artemia-Nauplien, Artemia, freischwimmende Copepoden wie Arcatia tonsa, am Boden lebende Copepoden, z.B. Nitokra lacustris, Tisbe biminiensis bzw. Tisbe spp., Tigriopus californicus oder Apocyclops panamensis.
Nachzuchtinformationen
Die Tiere sind getrennt geschlechtlich und nach ca. 4 - 5 Monaten geschlechtsreif.
Wie bei allen Seepferdchen trägt das Männchen die Eier im Beutel aus.
Nach etwa 10 Tagen kommt eine kleine Zahl von Neonaten zur Welt, im Vergleich zu den anderen Seepferdchenarten (mehrere Hundert pro Wurf).
Die jungen Männchen haben Anfangs die Schwierigkeit, die Eier vom Weibchen zu übernehmen (wie bei den Seenadeln auch). Sind die ersten Eiübergaben erfolgreich, dann werden anfangs max. 1 - 2 Neonaten pro Wurf geboren. Je besser sich das Paar auf die Eiübergabe eingespielt hat, desto größer werden die Würfe, max. 10 - 15 Neonaten.
Die Neonaten sind winzig 7 - 10 mm (aber im Vergleich zu anderen Seepferdchenarten groß), halten sich aber sofort fest und jagen aktiv das gleiche Futter wie die Erwachsenen. Sie können mit kleinen Copepoden und Artemia-Nauplien aufgezogen werden. Copepoden sollten bevorzugt gefüttert werden, da sie die notwendigen Nährwerte ohne Anreicherung haben.
Ein Umzug in ein Aufzuchtbecken ist nicht notwendig, wenn die Futterdichte im Erwachsenenbecken ausreichend ist.
Vorschriften zur Haltung von Seepferdchen
Die Mindestanforderungen an die Haltung von Seepferdchen (gem. EG-VO 338/97) des Bundesamt für Naturschutz können Sie als PDF hier herunterladen: https://meerwasser-lexikon.de/downloads/BfN_Mindestanforderung_haltung_seepferdchen_hippocampus.pdf
Synonyme:
Hippocampus regulus Ginsburg, 1933
Hippocampus rosamondae Borodin, 1928
Der Begriff "riffsicher" wird in der Meerwasseraquaristik häufig benutzt, insbesondere beim Kauf einer neuen Art wird oft nachgefragt, ob das neue Tier "riffsicher" ist.
Was genau bedeutet riffsicher?
Um diese Frage zu beantworten, kann man zielführende Fragen stellen und sich in Foren, Vereinen, Händlern und bei befreundeten Aquarianer erkundigen:
- Gibt es bereits Erfahrungen und Haltungsberichte, die versichern, dass das neue Tier in anderen passend ausgestatteten Aquarium, ohne jemals Probleme bereitet zu haben, leben kann?
- Gibt es Erfahrungen auf Übergriffe von Mitbewohnern wie Fischen der gleichen oder einer anderen Art, Übergriffe auf Invertebraten (Krustentiere, Einsiedler, Muscheln, Schnecken) oder Korallen?
- Sind Informationen über eine mögliche Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, z.B. von pflanzlicher Ernährung auf fleischliche Ernährung, bekannt oder zu erwarten?
- Lassen die gewünschten Tiere den Riffaufbau in "Ruhe", verändern sie ihn ständig (Bohrseesterne, Baggergrundeln, Papageifische, Drückerfische) und stören oder verdrängen damit andere Mitbewohner?
- Neigen die Tiere dazu, nachts die Korallen umzuwerfen?
- Neigen die neuen Tiere bekanntlich immer wieder und sehr schnell zu Krankheiten und lassen sich diese auch behandeln?
- Ändern bekannte friedliche Tiere im Laufe ihres Lebens Ihren Charakter und werden aggressiv?
- Kann der Tod eines neuen Tieres eventuell sogar zum Tod des restlichen Bestands durch Vergiftung führen (bei einigen Seewalzenarten möglich)?
- Nicht zuletzt muss auch der Pfleger der Tiere in die „Riffsicherheit“ einbezogen werden, es gibt aktiv giftige, passiv giftige Tiere, Tiere die gefährlichen Biß- oder Stechwaffen besitzen, Tiere mit extrem starken Nesselgiften, diese gilt es zu (er)kennen und es sollte im Vorweg ein Maßnahmenplan im Falle eines Übergriffes auf den Aquarianer getroffen worden sein (z.B. Telefonnummern der Giftnotrufzentrale, des behandelnden Arztes, des Tropeninstituts etc.)
Werden alle Fragen im Sinne der / des Tiere (s) und des Pflegers positiv bewertet, dann kann man von einer „Riffsicherheit“ ausgehen.






robertbaur
