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Lysmata wurdemanni Wurdemanns Garnele

Lysmata wurdemanni wird umgangssprachlich oft als Wurdemanns Garnele bezeichnet. Haltung im Aquarium: Mittel. Es wird ein Aquarium von mindestens 100 Liter empfohlen. Giftigkeit: Vergiftungsgefahr unbekannt.


Profilbild Urheber Ruedi

Lysmata wurdemanni




Eingestellt von Ruedi.

Bilddetail


Steckbrief

lexID:
855 
AphiaID:
158365 
Wissenschaftlich:
Lysmata wurdemanni 
Umgangssprachlich:
Wurdemanns Garnele 
Englisch:
Peppermint Shrimp 
Kategorie:
Garnelen 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Arthropoda (Stamm) > Malacostraca (Klasse) > Decapoda (Ordnung) > Lysmatidae (Familie) > Lysmata (Gattung) > wurdemanni (Art) 
Erstbestimmung:
(Gibbes, ), 1850 
Vorkommen:
Belize, Brasilien, Florida, Golf von Mexiko, Jamaika, Karibik, USA, West-Atlantik 
Meerestiefe:
1 - 37 Meter 
Größe:
6 cm - 7 cm 
Temperatur:
24°C - 27°C 
Futter:
Allesfresser (omnivor), Artemia-Nauplien, Artemia, adult (Salzwasserkrebschen), Austerneier, Cyclops (Ruderfußkrebse), Fischeier, Flockenfutter, Flohkrebse (Amphipoden, Gammarus), Frostfutter (große Sorten), Futtergranulat, Futtertabletten, Glasrosen, Lebendfutter, Lobstereier, Ruderfußkrebse (Copepoden) 
Aquarium:
~ 100 Liter 
Schwierigkeitsgrad:
Mittel 
Nachzucht:
Einfache Nachzucht möglich 
Giftigkeit:
Vergiftungsgefahr unbekannt 
CITES:
Nicht ausgewertet 
Rote Liste:
NE nicht beurteilt 
Verwandte Arten im
Catalogue of Life:
 
Weiter verwandte
Arten im Lexikon:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2017-09-27 15:32:47 

Nachzuchten

Lysmata wurdemanni lässt sich gut züchten. Im Handel sind Nachzuchten verfügbar. Wenn Sie Interesse an Lysmata wurdemanni haben, fragen Sie bitte Ihren Händler nach einem Nachzuchtier anstelle eines Wildfangs. Sie helfen so die natürlichen Bestände zu schützen.

Haltungsinformationen

(Gibbes, 1850)

Lysmata ist eine Garnelengattung aus der Familie der Putzer- und Marmorgarnelen (Hippolytidae). Sie leben in Korallenriffen und betätigen sich unter anderem auch als Putzergarnelen, zumindest der Literatur nach. Das heißt, sie befreien Fische von Parasiten und abgestorbenen Hautresten. Besonders bei großen Fischen, wie Muränen und Zackenbarschen kriechen sie sogar ins geöffnete Maul um Nahrungsreste zwischen den Zähnen zu entfernen.

Sie leben meist in Höhlen, Spalten oder unter Korallenüberhängen. Eine sehr gut zu haltende Garnelenart, die genau so versteckt lebt, wie die Kaisergarnelen. Hängt gerne unter überhängenden Steinen. Dieser Garnele haftet der Ruf an, Glasrosen zu fressen. Das stimmt auch! Aber es bedarf schon einiger Exemplare, damit das auch etwas bringt. Eine Garnele alleine wird mit einer Glasrosenplage nicht fertig!

Diverse Erfahrungen:
Frank Mantwill: Ich hatte in meinem Becken (330L) ein paar Glasrosen.
Daher entschied ich mich, mal so eine Garnele "auszuprobieren", ob sie auch das halten, was sie versprechen. In meinem Becken gibt es aber auch eine schöne große Symbioseanemone.

Also:
1 Tag Garnele schön anpassen und ab ins Becken. Sehe sie noch zwischen den Steinaufbauten.
2.ter Tag, morgens, das Licht geht an, die Garnele ist nirgends zu sehen. Glasrosen sind noch da.
Mittags dann sehe ich einen "Garnelenpanzer" vor der Anemone liegen. Gefressen!

Also nochmal zu Händler. Dem die Geschichte erzählt, hat Mitleid, gibt mir 2 Garnelen zum Preis von einer (25,-DM) (Juhu!). Also wieder: Garnelen anpassen, ab ins Becken. Sehe sie zwischen den Steinen und auch mal an der Lederkoralle.

2.ter Tag, sehe noch eine Garnele, Glarosen sind schon dezimiert. Abends, Garnelenpanzer vor der Anemone.

3.ter Tag, keine Garnele mehr in Sicht, Glasrosen weg. Mittags, 3.ter Garnelenpanzer kommt aus der Anemone.
Meine beiden Putzergarnelen haben kein Problem mit der Anemone.

Scheinbar werden die Wurdemanni magisch von der Anemone angezogen und dann gefressen. Das sie gefressen wurden, ist 100% sicher.
Beim 3 Mal habe ich das Ausscheiden der Reste live gesehen.
Fazit: 1 Garnele pro Tag zu eigentlich 25,-DM macht 75,-DM Futterkosten für 3 Tage für meine Anemone.


Erfahrung von Alexander Schmidt:
Ich konnte heut morgen einen Vorgang beobachten, der Sie bestimmt auch interessieren wird. Ich habe heute Morgen in mein 250l Becken eine Zylinderrose eingebracht. Nach einer knappen Stunde hatte sich das Tier soweit eingegraben und war mit den Tentakeln voll expandiert. Als ich grad Mal nach dem Tierchen sehen wollte, konnte ich beobachten, wie sich aus den Steinaufbauten meine Wurdemanni-Garnele näherte und die Zylinderrose mit ihren "Fühlern" abtastete...
Plötzlich hat sich die Garnele gradezu auf die Zylinderrose draufgestürzt und fing an, sie mit ihren Greifzangen zu zerreißen und sie aufzufressen.

Selbst mit dem Stock des Scheibenreinigers ließ sich die, sonst so scheue, Garnele nicht verscheuchen und ich mußte die ledierte Zylinderrose aus dem Becken wieder entfernen. In meiner sämtlichen Literatur habe ich nichts darüber nachlesen können, dass diese Art Garnelen außer an Glasrosen noch an anderen Tentakelträgern nagt, ja sie nahezu magisch anzieht... Deshalb wollte ich Ihnen diesen Vorgang kurz schildern, vielleicht können Sie die Informationen ja für die Homepage weiter verwenden.

Wir gehen mittlerweile davon aus, dass wenn zuviel zugefüttert wird, die Tiere oft das Interesse an den Glasrosen verlieren. Logo, wenn ganz einfach Futter von oben kommt.

Oft braucht man aber schon ein paar Exemplare, um etwas zu bewegen, um sichtbar zu merken, dass die Glasrosen zurückgehen.

Die Garnelen tragen grüne Eier.

Und noch eine Erfahrung von Horst........
Genau wie alle anderen, habe ich auch ein paar Glasrosen, dieses läßt sich wahrscheinlich auch nicht immer so vermeiden, zumal wenn man Lebendsteine frisch einsetzt. Damit diese nun nicht überhand nehmen, habe ich mir von Michael Mrutzek diese Wunderwaffe geholt. Hier waren gleich 4 der kleine Wurdemanni in einem Angebot. Das Einsetzen wie immer, sehr vorsichtig. Wasser anpassen, alles war ok. Diese kleine Kerle waren dann erst Mal in und unter den Steinaufbauten verschwunden.

Nur nachts war die eine oder andere zu sehen, nach 2 Wochen konnte ich sie auch am Tage sehen, zwar immer noch versteckt, aber sie wurden mutiger. Sie fressen alles: Futtertabletten,Flockenfutter, Mysis, Artemia und auch Glasrosen.
Nun, nach ca. 6 Monaten, es sind noch 3 Tiere da, fressen sie mir die Korallen ab.
Eine Hammerkoralle ist komplett zerlegt und nun geht's mit einer Heliofungia weiter (siehe Foto Nummer 2).

Diese kleinen Garnelen fressen alles, wenn sie sich einmal richtig eingelebt haben.
Dann sind sie auch nicht mehr nur nachts aktiv, bei mir im Becken ist immer die eine oder andere auf der Suche.
Wobei immer noch genug Glasrosen im Becken sind, werden diese nur nebenbei Mal angefressen.

Eine weitere Information von Ben Kimmich
Bei mir fressen die Lysmata wurdemanni auch Porzellanschnecken (Cypraea-Arten). Mehrfach beobachtet! Mein Fazit ist, dass auch die Wurdemanns Garnele nicht das Heilmittel gegen Glasrosen ist.

Synonym:
Hippolyte wurdemanni Gibbes, 1850

Systematik: Biota > Animalia (Kingdom) > Arthropoda (Phylum) > Crustacea (Subphylum) > Malacostraca (Class) > Eumalacostraca (Subclass) > Eucarida (Superorder) > Decapoda (Order) > Pleocyemata (Suborder) > Caridea (Infraorder) > Alpheoidea (Superfamily) > Hippolytidae (Family) > Lysmata (Genus)

Weiterführende Links

  1. Hippocampus Bildarchiv (de). Abgerufen am 30.03.2021.
  2. WoRMS (en). Abgerufen am 30.03.2021.



Bilder

Allgemein


Erfahrungsaustausch

am 21.02.21#40
Hallo,
ich kann nur warnen vor den Garnelen !, Habe die (7 bis 8) wegen Glasrosen eingesetzt, Glasrosen habe ich immer noch, dafür haben sie Tridacna im Wert von 1000 € weggeputzt, ständig waren sie nachts auf den Muscheln zu sehen und versuchten an das Fleisch zu kommen, das macht keine Tridacna lange mit. Habe so eine Wut auf die Viecher ! Wenn ich sie nicht raus bekomme setze ich einen Fressfeind ein der die Garnelen frisst. schöner sch....
am 16.07.19#39
4 Stück wurden in meinem 200-Liter-Becken als Glasrosen-Prophylaxe eingesetzt. Diverse kleine Glasrosen, die vorher auf dem Lebendgestein zu sehen waren sind dadurch auch restlos verschwunden.
In Sachen Glasrosenbekämpfung/-vorsorge sind diese Tiere für mich also ein voller Erfolg.

Folgendes konnte ich noch beobachten: neu eingesetzte LPS wurden von den Garnelen anscheinend als lecker duftendes Lebendfutter angesehen. Dieses Verhalten ist mir zum ersten Mal (leider relativ spät) bei einem eingesetzten Acantastrea-Ableger aufgefallen. Die Garnelen waren schon fleißig damit beschäftigt das Gewebe der drei Polypen zu zerlegen als ich sie erwischt habe. Auch mehrmaliges Verscheuchen mit einem Stab brachte die aufgestachelte Meute nicht zum Ablassen von meiner neuen Koralle.
Also habe ich kurzerhand ein transparentes Sieb-Körbchen über den Ableger gestülpt und mit einem Stein beschwert. Selbst danach haben die Garnelen noch versucht durch die kleinen Löcher des Körbchens an die Koralle zu kommen, jedoch ohne Erfolg. Ein paar Tage später allerdings war die neue Koralle dann anscheinend uninteressant für die Garnelen geworden. Ich habe das Körbchen also wieder entfernt und unter strenger Kontrolle festgestellt, dass die Lysmatas tatsächlich die Lang-Finger davon lassen.
(Zur Info - die Koralle hat den Aufnahmetest bestanden, sich wieder erholt und gedeiht heute prächtig - Happy End!)

Auch bei später ins Becken eingebrachten Ablegern von LPS und auch Scheiben-Anemonen wollten sich die Garnelen gleich wieder darauf stürzen. Seitdem habe ich mir folgende Vorgehensweise angewöhnt: neue Ableger werden zunächst für 3 bis 5 Tage im Technikbecken (zwar relativ dunkel aber Garnelensicher) zwischengeparkt. Danach haben sie anscheinend den beckeneigenen Geruch komplett angenommen und konnten von mir bisher immer ohne weitere Zwischenfälle ins Hauptbecken eingebracht werden. Anscheinend ist der fremde Geruch/Geschmack, den neue Ableger zunächst an sich haben, unglaublich anziehend für die Garnelen.

Die Zwischenhälterung im Technikbecken habe ich inzwischen übrigens auch für neue Schnecken übernommen, weil diese bei direktem Einsetzen ins Hauptbecken auch sehr durch die Garnelen belästigt worden sind.
Bei SPS hatte ich nie Probleme. Diese werden zwar auch erstmal ausgiebig von den Garnelen inspiziert aber dann gleich wieder links liegen gelassen.
am 01.05.17#38
Hallo!
Ich fahre mein 700l Aquarium seit ca 4 Monaten und auch bei mir hat sich eine Glasrosenplage ergeben, also was tun!?
Vom Händler wurden mir 4 Stück L wurdemanni empfohlen, welche von mir auch eingesetzt wurden.
Ich habe sie jetzt 4 Tage drinnen und konnte leider noch nicht feststellen, dass sie an Glasrosen gehen.
Statt dessen hatte ich zu meinem Leidwesen beobachtet, wie sich eine Nachts an einem Röhrenwurm vergangen hat.
Tagsüber sind sie gar nicht zu sehen; scheinen Nachtaktiv zu sein. Ich hoffe dass sie endlich mit den Glasrosen aufräumen, sonst muss ich mir etwas anderes einfallen lassen.
lg

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