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Montipora delicatula Fragile Mikroporenkoralle

Montipora delicatula wird umgangssprachlich oft als Fragile Mikroporenkoralle bezeichnet. Haltung im Aquarium: Mittel. Es wird ein Aquarium von mindestens 200 Liter empfohlen. Giftigkeit: Vergiftungsgefahr unbekannt.



Steckbrief

lexID:
594 
AphiaID:
287704 
Wissenschaftlich:
Montipora delicatula 
Umgangssprachlich:
Fragile Mikroporenkoralle 
Englisch:
Stony Coral 
Kategorie:
Steinkorallen SPS 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Cnidaria (Stamm) > Anthozoa (Klasse) > Scleractinia (Ordnung) > Acroporidae (Familie) > Montipora (Gattung) > delicatula (Art) 
Erstbestimmung:
Veron, 2000 
Vorkommen:
Australien, Banggai-Inseln, Brunei Darussalam, Indonesien, Malaysia, Papua-Neuguinea, Philippinen, Salomon-Inseln, Singapur, Thailand, Timor-Leste, Togian-Inseln, Vietnam 
Meerestiefe:
2 - 15 Meter 
Größe:
bis zu 25cm 
Temperatur:
24°C - 27°C 
Futter:
Gelöste anorganische Stoffe, Gelöste organische Stoffe, Plankton, Zooxanthellen / Licht 
Aquarium:
~ 200 Liter 
Schwierigkeitsgrad:
Mittel 
Nachzucht:
Einfache Nachzucht möglich 
Giftigkeit:
Vergiftungsgefahr unbekannt 
CITES:
Anhang II (kommerzieller Handel nach einer Unbedenklichkeitsprüfung des Ausfuhrstaates möglich) 
Rote Liste:
VU gefährdet 
Verwandte Arten im
Catalogue of Life:
 
Weiter verwandte
Arten im Lexikon:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2018-04-24 11:12:00 

Nachzuchten

Montipora delicatula lässt sich gut züchten. Im Handel sind Nachzuchten verfügbar. Wenn Sie Interesse an Montipora delicatula haben, fragen Sie bitte Ihren Händler nach einem Nachzuchtier anstelle eines Wildfangs. Sie helfen so die natürlichen Bestände zu schützen.

Haltungsinformationen

Montipora delicatula
Veron, 2000

Korallen der Gattung Montipora:

Steinkorallen sind riffbildende, in den Weltmeeren lebende wirbellose, sessile und koloniebildende Nesseltiere, die ein Kalkskelett ausbilden.
Sie leben über ihre Zooxanthellen hauptsächlich von Licht, sind aber auch in der Lage, mit ihren Polypen Plankton zu fangen.

Sie entziehen dem Meerwasser Calcium und in geringerem Maße auch andere Elemente, und produzieren so mehrere Gramm Kalk am Tag, wodurch sie auch im großen Ausmaß die heute bekannten Korallenriffe bildeten.

Die Arten der Gattung Montipora sind, ebenso wie Acropora-Korallen, ebenfalls häufig sehr farbenfreudig und ihre längerfristige, erfolgreiche Haltung gilt seit vielen Jahren als hohe Kunst.

Schon seit Ende der 1980er Jahre werden sie in Aquarien gehalten und im Laufe der 1990er Jahren dann sogar vielfach gezüchtet.
Die Haltung und asexuelle Vermehrung über Ableger wurde sehr schnell beliebt, weshalb heute neben kommerziellen Züchtern auch private Aquarianer Korallenableger anbieten.

Die Zucht bei Steinkorallen ist denkbar einfach, da sie letztlich nur fragmentiert werden müssen.
Man bricht ein Stück der Mutterkoralle ab und der so gewonnene Ableger wächst (meist auf ein Stück Lebendgestein geklebt), ähnlich wie bei den Pflanzen, unter guten Bedingungen, zu einer eigenen Koralle heran.

Steinkorallen unterscheidet man in Hobbykreisen anhand der Größe ihrer Polypen grob gesehen in Small Polyp Scleractinians (kleinpolypige oder SPS-Korallen) und in
Large Polyp Scleractinians (großpolypige oder LPS-Steinkorallen.

Nicht alle SPS-Korallen sind in ihren Haltungserfordernissen gleich, auch hier gibt es Arten die weniger empfindlich sind als andere.
Vorausschicken möchten wir dieser Stelle schon; dass es etliche Montipora-Arten gibt, die einfacher in der Haltung sind als Acroporas.

Aber man darf sich nicht täuschen lassen.
Es gibt ebenfalls genug Korallen, die mindestens die gleichen Anforderungen an die Wasserqualität stellen, wie die Korallen der Gattung Acropora.

Allgemeines:
Taxonomen gehen heute von 18 Steinkorallenfamilien mit insgesamt über 100 Gattungen aus. Die beiden Gattungen Montipora (über 70 Arten - Veron 2000) und Acropora (über 180 Arten - Veron 2000) gehören dabei zu den arten- und zahlreichsten.

Die Pflege von kleinpolypigen Steinkorallen war und ist aufgrund der Anforderungen der Korallen an Wasserqualität und Beleuchtung in der Regel weit aufwendiger, als die der meisten LPS-Korallen und der zooxanthellaten Weichkorallen.
Daher kam auch erst mit den Möglichkeiten der Abschäumung und dem Einsatz von Lebendgestein eine bessere Wasserqualität zustande, sowie durch eine bessere Beleuchtung und eine bessere Calciumversorgung die dauerhafte Haltung und Vermehrung auf.
Seit die Haltung von SPS-Korallen für viele zum erreichbaren Ziel wurde, stehen zooxanthellate Weichkorallen kaum mehr im Hauptfokus der meisten Aquarianer.

Die Identifizierung von kleinpolypigen und großpolypigen Steinkorallen ist nicht immer einfach, trotz wirklich guter Werke, wie den Buch von Veron, Corals of the World, oder der AIMS Seiten – vor allem, da eine eindeutige Identifikation eigentlich anhand des Kalkskelettes vorzunehmen wäre.

Man darf auch nicht vergessen, dass viele Tiere im Aquarium nicht mehr so aussehen, wie in der Natur, und ihr Erscheinungsbild durch Strömung, Licht sowie andere Einflüsse ändern.

Zu den wichtigen Parametern:
Licht:
Alle kleinpolypigen Steinkorallen aus der Gattung Montipora benötigen eine sehr hohe Lichtstärke.
Sie sollten daher bei durchschnittlicher Beleuchtung eher oben im Becken angesiedelt werden.

Wärme/Kälte:
Korallen der Gattung Montipora vertragen längerfristig weder Wassertemperaturen unter 20 Grad noch über 30 Grad.
Beide Fälle werden sie mit Ausbleichen quittieren.

Strömung:
Sie vertragen eine durchaus gute Strömung, wobei der Pumpenauslass niemals direkt auf eine Koralle gerichtet sein sollte.
Am besten sind wechselnde, eher turbulente Strömungsverhältnisse geeignet.

Wasserparameter:
Spurenelemente, (Calcium 420-440 mg/L, Magnesium 1100-1300 mg/L, KH unter 8, Strontium 8 mg/L). Wasserwechsel: mind. 5% die Woche oder 10% im Monat.

Wasserqualität:
Möglichst dauerhaft stabiles und klares Wasser, gegebenenfalls rät sich eine Kohlefilterung oder Ozonisierung zur Beseitigung von Gelbstoffen an.
Der Eimervergleich (weiße, gleich große Behältnisse, in einem Eimer frisch angesetztes Wasser, im anderen Eimer Aquarienwasser) zeigt Ihnen schnell, ob Ihr Wasser im Aquarium so klar ist, wie frisches Wasser.
Acroporas mögen nicht in einer gelben Brühe stehen.

Nitrat NO3:
weniger als 5 mg/L.

Phosphat PO4:
weniger als 0,1 mg/L besser sogar im Bereich von 0,01 mg/L.


Während großpolypige Steinkorallen auch mit höheren Nährstoffwerten meist noch zurechtkommen, zeigen bestimmte Montipora-Korallen bisweilen auch einen Farbverlust, bzw. das Wachstum der Tiere wird teilweise gestört.
Korallen die ehemals bunt waren, schlagen dann schnell in ein oft unansehnliches braun um.
Schuld daran ist das höhere Angebot an Nährstoffen.
Je mehr Nährstoffe, desto mehr Zooxanthellen bilden sich, und desto dunkler wird das Tier werden.
Besteht langfristig ein Überangebot oder Ungleichgewicht an Nährstoffen, so kann es zu Gewebsauflösungen kommen.
Das betrifft nun nicht alle Montiporas, da es durchaus einige gibt, die man als Anfängerkoralle bezeichnet, da sie auch mit höheren Nitratwerten noch zurechtkommen.

Zu guter Letzt:
Vergessen wir nicht den Aspekt des Tier– und Umweltschutzes, den alle Korallenzüchter mittlerweile leisten.
Je mehr Ableger, desto weniger Entnahmen in der Natur.
Glücklicherweise hat sich da letzten in den Jahren viel getan.
So werden heute bevorzugt Korallen aus Aquakultur angeboten und als Nachzuchttiere verkauft.

Systematik
Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
Unterabteilung: Hohltiere (Coelenterata)
Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Zoantharia
Ordnung: Steinkorallen
Wissenschaftlicher Name: Scleractinia

Hinweis:
Wurde erst in 2000 von Veron neu eingeordnet. Früher bekannt unter dem Namen Montipora pulcherima und Montipora sp. (Veron und Hodgson).

Unserer Ansicht nach eine Steinkoralle für den Anfänger!


Private Nachzuchten




Bilder

Allgemein

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Erfahrungsaustausch

Teckerino am 09.01.12#3
Hallo,
man kann den Flächenwuchs der Koralle austricksen. Ich hab mehrere Versuche unternommen den rasanten Wuchs einzugrenzen um den Schattenwurf nach unten zu begrenzen. Lösung: die Strömung. Bei schwacher Strömung wächst die Koralle nach oben! Die platten werden so dick, dass ein Abbrechen schwierig wird. Die Oberfläche wird stark uneben. Die "Stoppeln" werden bei mir ca. 7mm hoch und 4mm Durchmesser.
Bei stärkerer Strömung-Flächenwuchs-rauhe Oberfläche.
Benjamin am 09.11.06#2
Robuste und dabei auch sehr schöne Montipora verzeiht auch Anfängerfehler und regeneriert sich selbst aus kleinsten Geweberesten wieder zu einen stattlichen Stock . Beleuchtungsstärke mittel bis stark .
Kristine Friesen am 12.02.06#1
Sieht super aus, wächst gut, wurde aber vom Zwergkaiserfisch aufgefressen. Der flog raus, jetzt beißt ein Canthigaster valentini ab und zu rein, daß scheint aber nicht so schlimm zu sein.
Vorsicht mit der Platzwahl. Überwächst gerne andere Korallen.
3 Haltungserfahrungen von Benutzern sind vorhanden
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