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Balanophyllia (Balanophyllia) europaea Vielfarbige Solitärkoralle, Warzenkoralle

Balanophyllia (Balanophyllia) europaea wird umgangssprachlich oft als Vielfarbige Solitärkoralle, Warzenkoralle bezeichnet. Haltung im Aquarium: Nur für erfahrene Halter geeignet. Es wird ein Aquarium von mindestens 200 Liter empfohlen. Giftigkeit: Vergiftungsgefahr unbekannt.


Profilbild Urheber Géry Parent, Frankreich

"Balanophyllia europaea (Risso, 1826)" by Parent Géry - Own work. Licensed under Public Domain via Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Balanophyllia_europaea_(Risso,_1826).jpg#/media/Fil


Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers Géry Parent, Frankreich

Eingestellt von AndiV.

Bilddetail


Steckbrief

lexID:
2938 
AphiaID:
135180 
Wissenschaftlich:
Balanophyllia (Balanophyllia) europaea 
Umgangssprachlich:
Vielfarbige Solitärkoralle, Warzenkoralle 
Englisch:
Cup Coral 
Kategorie:
Steinkorallen LPS 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Cnidaria (Stamm) > Anthozoa (Klasse) > Scleractinia (Ordnung) > Dendrophylliidae (Familie) > Balanophyllia (Gattung) > (Balanophyllia) europaea (Art) 
Erstbestimmung:
(Risso, ), 1826 
Vorkommen:
Ägypten, Algerien, Balearen (Mittelmeer), Israel, Marokko, Mittelmeer, Nord-Afrika, Ost-Atlantik, Schwarzes Meer, Spanien, Straße von Gibraltar, Tunesien 
Meereszone:
Subtidal (Sublitoral, Infralitoral), ständig von Wasser bedeckte flache (neritische) Schelfregion, unterhalb der Niedrigwasserlinie bis zur Schelfkante in durchschnittlich 200 Meter Tiefe 
Meerestiefe:
0 - 50 Meter 
Habitate:
Felsküsten, Seegraswiesen 
Größe:
bis zu 8cm 
Temperatur:
20°C - 23°C 
Futter:
Mysis (Schwebegarnelen), Phytoplankton (Pflanzliches Plankton), Plankton (pflanzliche und tierische Mikroorganismen), Zooplankton (Tierisches Plankton), Zooxanthellen / Licht 
Aquarium:
~ 200 Liter  
Schwierigkeitsgrad:
Nur für erfahrene Halter geeignet 
Nachzucht:
Nicht als Nachzucht erhältlich 
Giftigkeit:
Vergiftungsgefahr unbekannt 
CITES:
Anhang II (kommerzieller Handel nach einer Unbedenklichkeitsprüfung des Ausfuhrstaates möglich) 
Rote Liste:
LC Nicht bedroht 
Verwandte Arten im
Catalogue of Life:
  • Balanophyllia bairdiana
  • Balanophyllia bayeri
  • Balanophyllia bonaespei
  • Balanophyllia buccina
  • Balanophyllia capensis
  • Balanophyllia caribbeana
  • Balanophyllia carinata
  • Balanophyllia cedrosensis
  • Balanophyllia cellulosa
  • Balanophyllia chnous
 
Weiter verwandte
Arten im Lexikon:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2024-11-30 21:47:42 

Haltungsinformationen

Balanophyllia (Balanophyllia) europaea ist eine zooxanthellate, solitäre, skleraktinische Koralle und die einzige zooxanthellate Art der Gattung Balanophyllia.
Sie Koralle lebt an felsigen Küsten, die dem Licht ausgesetzt sind, und kann auch an den Wurzeln von Posidonia-Seegras gefunden werden.

Vermehrung:
Balanophyllia (Balanophyllia) europaea hat einen jährlichen Zyklus der sexuellen Fortpflanzung, sie ist gleichzeitig Zwitter und Bruter

Seit kurzem ist bekannt, dass sich die Lamellenschnecke Coralliophila meyendorffii von der Koralle ernährt.

Steinkorallen der Familie Dendrophylliidae haben alle keine Zooxanthellen. Sie ernähren sich rein vom Planktonfang.

Eine genaue Zuordnung der einzelnen Tiere ist nur anhand des Sitzes der Mesenterien (Falte der Coelomwand (Mesoderm), in der bei den meisten Tieren (Coelomata) der Darm aufgehängt ist) möglich, dazu muss allerdings das Korallenskelett untersucht werden. Alternativ müsste eine DNA-Untersuchung durchgeführt werden.

Optisch ist die Farbe des Korallenpolypen unterschiedlich und bei Tubastraea micranthus ist eine Verzweigung vorhanden. Die Familie Dendrophylliidae Korallen (z.B. Tubastraea, Dendrophyllia, Balanophyllia, Rhizopsammia, Cladopsammia, Heteropsammia, Endopsammia) zählt zu den nicht riffbildenden Korallen.

Aquariumbedingungen
Die Platzierung der Koralle sollte nicht in direkter Beleuchtung erfolgen, des Weiteren ist eine laminare (keine sichtbaren Turbulenzen (Verwirbelungen / Querströmungen) starke Strömung vorn Vorteil. Wichtig: Keine direkte Strömung, ansonsten wird dies zu Gewebeschäden führen.

Empfehlung - die Koralle sollte in einem Artenbecken gepflegt werden.

Fütterung
Die Familie Dendrophylliidae Korallen haben keine Zooxanthellen und leben nicht vom Licht. Die Azooxanthellen Korallen beherbergen keine symbiotischen Algen, die über Fotosynthese Nährstoffe und Energie produzieren.

Vor der Fütterung sollten die Pumpen abgeschaltet werden. Damit die Koralle im Aquarium überlebt, ist eine ausreichende Fütterung jeden einzelnen Polypen notwendig, d. h. eine tägliche bzw. 3 - 4x pro Woche Fütterung notwendig. Ohne Fütterung wird die Koralle im Aquarium nicht überleben. Die Polypen benötigen eine gewisse Zeit um das Futter (Granulat oder Staubfutter (Ultramarin, Cyclop Eeze) oder Frostfutter (Lobstereier, Mysis)) auf zu nehmen, sind Garnelen und Fische vorhanden, werden diese versuchen das Futter zu entziehen, also diese Mitbewohner unbedingt vorher füttern. Kleine Polypen können jedoch auch große Futterstücke aufnehmen.
Tipp zum Frostfutter
Das Auftauen des Frostfutters sollte nicht mit Osmose- oder Leitungswasser erfolgen sondern mit Meerwasser.

Frisch eingesetzte Korallenstöcke können mit einem Flüssigfutter, z. B. von PolypLab Polyp, animiert werden, damit sich die einzelnen Polypen öffnen. Erst dann kann eine Fütterung durchgeführt werden.

Je besser die einzelnen Polypen die gereichte Nahrung aufnehmen, desto besser sind die Wachstum- bzw. Vermehrungsraten.

Die Polypen benötigen eine Weile bis sie sich an eine Fütterung bei Tageslicht gewöhnt haben. Mit einer langen Futterpipette kann jeder Polyp gezielt gefüttert werden bzw. flüssiges Futter mit der Pipette regt Anfangs das Öffnen der Polypen an.
Ein gutes Hilfsmittel zu „ruhigen“ Fütterung ist eine Futterglocke die über die Koralle gestülpt werden kann, so können Fische & Co. nicht stören.

Vermehrung
Bei guter Pflege kann sich die Polypenanzahl innerhalb von 6 Monaten verdoppeln.
Eine Fragmentierung ist nicht so einfach und es kann durch Gewebeschäden zu Verlusten kommen. Bei geschlechtlicher Vermehrung entlässt jeder einzelne Polyp Planulalarven, die sich dann im Aquarium festsetzen, und dort auch größere Flächen überziehen können. Von dort können sie dann auf einen Ablegerstein geklebt werden.

Beschreibung: Korallen sind einzelne Koralliten, oval bis sanduhrförmig und bis zu 20 Millimeter im Durchmesser. Septen sind gut entwickelt und nach dem Pourtalès-Plan angeordnet. Columellae sind breit und tief sitzend. Wände bestehen aus porösem Coenosteum. Tentakeln werden nur nachts ausgestreckt.

Farbe: Gelblich- oder rosabraun.

Lebensraum: Felsige Küstenvorländer bis zu einer Tiefe von 50 Metern, die IUCN Rote Liste gibt eine maximale Tiefe von 25 Metern an und begrünndet dies mit der Funktionalität der Zooxanthellen der Koralle.

Häufigkeit: Manchmal häufig.

Ähnliche Arten: Duncanopsammia axifuga hat ähnliche Korallitstrukturen, bildet aber verzweigte Kolonien. Sieht vielen azooxanthellaten Balanophyllia-Arten ähnlich.

Synonyme:
Caryophyllia europaea Risso, 1826
Desmophyllum stellaria Ehrenberg, 1834

Weiterführende Links

  1. Corals of the World (en). Abgerufen am 07.08.2020.
  2. IUCN Red List of Threatened Species (multi). Abgerufen am 07.08.2020.
  3. SeaLifeBase (multi). Abgerufen am 07.08.2020.
  4. World Register of Marine Species (WoRMS) (en). Abgerufen am 07.08.2020.

Bilder

Allgemein


Erfahrungsaustausch

am 12.10.16#4
Ergänzend zu den ersten Erfahrungen kann ich hinzufügen, dass Balanophyllia europea halbschattige Standorte bevorzugt und Befestigung an vertikalen Flächen. Die Farbe der Polypen kann sich leicht unter Einwirkung der Beleuchtung verändern. Es haben sich winzige "Frieseln", millimetergrosse Auswüchse gezeigt. Nach einiger Zeit verschwanden sie wieder. Keine Ahnung was das war, aber das Tier scheint sich seitdem wohler zu fühlen.

www.youtube.com
am 06.12.14#3
Ich halte dieses Tier seit 2 Monaten. Habe es selbst aus dem Mittelmeer gesammelt - d. h. es handelt sich tatsächlich um Balanophyllia europaea. Wie man auf dem Foto erkennen kann sieht sie schon anders aus als das rote Exemplar aus dem Laden. Noch in dem Moment wo ich sie aus dem Meer geholt habe, hat sie ein Bröckchen Trockenfutter, das ich vor die Mundöffnung gelegt habe, gefressen. Seitdem frisst sie alles was ich ihr dort ablege - Trockenfutter, Futtergarnelen, Thunfisch,... alles womit ich die anderen Bewohner füttere. Sie öffnet sich kaum - wohl nur im Dunkeln, selten tagsüber. Das Tier macht bis hierher einen guten Eindruck. Wenn man von dem direkten Füttern mal absieht, kann ich das Tier als einfach einstufen.
am 02.01.13#2
Ich habe diese Koralle vor ca. 18 Monaten in einem Laden meines Vertrauens unter der Bezeichnung "austr. Stein-/Solitärkoralle" gekauft.Sie sind momentan ca. 2-3cm hoch, Durchmesser der Tentakelkrone, welche sich nur Nachts bzw. unter Mondlicht öffnen, 5-6cm. Gefüttert wird einmal die Woche mit Artemia. Vermutlich holen sie sich Nachts auch diverses Kleingetier, welches im Becken immer irgendwie vorhanden ist. Seit gut 6 Monaten bildet die linke Koralle Knospen aus, welche auch schon Tentakelkronen zeigen. Wasserwerte wie folgt:
25°C, Ca 450; Mg 1400; Ph 8,4; KH 7,5; SG 1.022;
NO2 0,05; NO3 2,0; PO4 0,02.
Das Becken hat 120liter und wird nur mit Abschäumer, 1 Nanocleaner und 3Strömungspumen betrieben. Beleuchtung erfolgt mit LED`s mit 120 Watt, 1/2 weiß/blau.
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