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Enoplometopus occidentalis Roter Riffhummer

Enoplometopus occidentalis wird umgangssprachlich oft als Roter Riffhummer bezeichnet. Haltung im Aquarium: Mittel. Es wird ein Aquarium von mindestens 1000 Liter empfohlen. Giftigkeit: Vergiftungsgefahr unbekannt.



Steckbrief

lexID:
784 
Wissenschaftlich:
Enoplometopus occidentalis 
Umgangssprachlich:
Roter Riffhummer 
Englisch:
Hairy lobster 
Kategorie:
Riffhummer 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Arthropoda (Stamm) > Malacostraca (Klasse) > Decapoda (Ordnung) > Enoplometopidae (Familie) > Enoplometopus (Gattung) > occidentalis (Art) 
Erstbestimmung:
(J. W. Randall, 1840) 
Vorkommen:
Hawaii, Philippinen 
Größe:
11 cm - 15 cm 
Temperatur:
°C - 26°C 
Futter:
Aas, Frostfutter (große Sorten) 
Aquarium:
~ 1000 Liter 
Schwierigkeitsgrad:
Mittel 
Nachzucht:
Keine 
Giftigkeit:
Vergiftungsgefahr unbekannt 
Verwandte Arten im
Catalogue of Life:
 
Weiter verwandte
Arten im Lexikon:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2004-09-17 23:12:12 

Haltungsinformationen

Enoplometopus occidentalis

Allgemeines zur Gattung von Daniel Knop:

Die Aquarienpflege der Riffhummer ist leicht, weil die Tiere sehr robust sind.
Trotz ihrer großen Scheren sind Riffhummer eigentlich nicht besonders aggressiv, sondern leben mit allen anderen Aquariengenossen völlig friedlich miteinander.
Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass Riffhummer innerartlich sehr aggressiv sind und darum nur als Einzelexemplar gehalten werden sollten.
Zwei Tiere der gleichen Art würden sich heftig bekämpfen, bis eines entweder zugrunde gehen oder in Panik rückwärts aus dem Aquarium springen würde.
Eine paarweise Pflege ist lediglich bei der Haltung von Männchen und Weibchen denkbar, doch das erfordert ein überdurchschnittlich großes Aquarium.

Über eine paarweise Haltung ist bei E. debelius gelegentlich berichtet worden.
Auch hat man beobachtet, dass die Weibchen Eier trugen, und Helmut Debelius hat sogar die Larven im Aquarium fotografiert, doch die Aufzucht ist bisher noch nicht gelungen.

In Bezug auf die Wasserqualität sind die Riffhummer nicht besonders anspruchsvoll.
Das mag manchen Aquarianer erstaunen, denn in einem so prächtigen Farbenkleid erwartet man vielleicht ein besonders sensibles und empfindliches Tier.
Das trifft aber durchaus nicht zu, denn Riffhummer sind Aasfresser und Restevertilger, die sehr anpassungsfähig sind und durchschnittliche Wasserqualität im Riffaquarium reicht ihnen völlig.

Wenn das Aquarium mit Fischen besetzt ist, die regelmäßig und ausreichend gefüttert werden, ist eine direkte Fütterung der Riffhummer nicht unbedingt nötig.
Wenn der Hummer ein Versteck gefunden hat, in dem er sich sicher fühlt, dann wird er bisweilen auch tagsüber in der Nähe des Versteckes zu sehen sein.
Bei der Fischfütterung treibt ihn dann oft der Hunger mitten in das Aquarium, wo er dann mit heftig rudernden Antennen die Nahrungsquelle zu orten versucht.
Mit lebenden Artemien, Muschel- und Garnelenfleisch gelingt das besonders gut.
Wenn sie allerdings sehr hungrig sind, können sie sich an kleineren Fischen vergreifen, die sie nachts überfallen, wenn diese schlaftrunken zwischen dem Riffgestein oder am Bodengrund liegen.
Auch eine kleine Krabbe fällt ihnen dann bisweilen zum Opfer.
Der im Bild gezeigte Hummer hat sich bei großem Hunger sogar an einem grünen Schlangenstern Ophioarachna incrassata zu schaffen gemacht und ihm alle fünf Arme erheblich verkürzt.
Das bedeutet aber nicht, dass die Riffhummer als Räuber durch das Aquarium ziehen und kontinuierlich den Fischbestand reduzieren.
Wenn sie an der normalen Fischfütterung teilhaben, nachts Reste finden und ein oder zwei Mal pro Woche einen Brocken Fischfleisch (z. B. Speisefisch aus der Tiefkühltruhe), Muschel- oder Garnelenfleisch bekommen, muss man sich um die Fische keine großen Sorgen machen.

Ideal ist es, wenn man dem Hummer einen Versteckplatz anbietet, der so liegt, dass man ihn dort auch tagsüber beobachten kann, etwa in einer der hinteren Ecken des Aquariums.

Dort kann man ihn dann auch gelegentlich gezielt füttern, was allerdings nicht zu häufig getan werden sollte, denn schließlich soll er ja auch seine Aufgabe als Restevertilger ernst nehmen.
Hierzu eignet sich vor allem ein flacher Stein, der in Bodengrundnähe liegt.
Der Bodengrund sollte relativ feinkörnig sein (unter 5 mm) und an dieser Stelle recht hoch (5 cm oder mehr), damit der Riffhummer den Stein untergraben kann, um seine Wohnhöhle selbst zu gestalten.
Wenn im Aquarium keine besonders kleinen Fische sind, etwa winzige Zitronengrundeln, dann ist der Riffhummer E. debelius ein idealer Restevertilger für das Riffaquarium, der ebenso interessant wie nützlich ist.
Ein verstorbener Fisch, der irgendwo hinter dem Dekorationsgestein liegt, wird kaum eine Chance haben, das Wasser zu belasten, denn einen solchen Leckerbissen lässt sich der Hummer ganz sicher nicht entgehen.
Sein Appetit reicht auch aus, um einen toten Fisch mittlerer Größe zu bewältigen.

Systematik: Biota > Animalia (Kingdom) > Arthropoda (Phylum) > Crustacea (Subphylum) > Malacostraca (Class) > Eumalacostraca (Subclass) > Eucarida (Superorder) > Decapoda (Order) > Macrura Reptantia (Suborder) > Astacidea (Infraorder) > Enoplometopoidea (Superfamily) > Enoplometopidae (Family) > Enoplometopus (Genus)

Weiterführende Links

  1. Hippocampus Bildarchiv (de)



Bilder

Allgemein

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Erfahrungsaustausch

ThomasT am 05.08.10#6
Die Pflege in einem normalen Riffbecken, wie von vielen Autoren oder vom Fachhandel angegeben, kann ich nicht bestätigen. Bei mir hat sich der Hummer an Pseudanthias, Demoisellen und sogar an einem kleinen Picassodrücker gütlich getan. Pflege ihn nun seit ein paar Jahren in einem separaten 150 l Becken nur mit Korallen. Da ist er problemlos, wenig scheu, fast schon zutraulich und lässt sich schön beobachten. Gefüttert wird der Riffhummer mit Stinte, Garnelen und Muscheln, wobei er bevorzugt am liebsten Stinte frisst.
BEASTIEPENDENT am 23.09.09#5
Hallo nilo,

"ist doch alles längst bekannt" mit der Aggressivität gegenüber anderen Krustern, wollte ich grad schreiben, habe aber doch noch rechtzeitig hier gesehen, dass es noch gar nicht im MWLex. dokumentiert ist. THX also! ;)
nilo77 am 23.09.09#4
Super schön - super haltbar.
Wird mit ca. 10 Jahren recht alt.
Nimmt bei mir Futter jeglicher Art, das ihm in die Scheren kommt.
Baut sich eine kleine Höhle in der er die meiste Zeit des Tages verbringt und das Treiben im Becken beobachtet.
Wie ich finde leider aber auch sehr aggressiv.
Zwar gibt es keine Übergriffe auf Fische, aber er duldet keine anderen Krustentiere neben sich.
So hat er bei mir schon eine Dreieckskrabbe und eine Quadratkrabbe getötet.
Ebenso habe ich einen Riffhummer, einer andere Art, durch ihn verloren.
Von den Einsiedlerkrebsen, die mal im Becken waren, ganz zu schweigen.
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