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Rhinecanthus rectangulus Humudrückerfisch

Rhinecanthus rectangulus wird umgangssprachlich oft als Humudrückerfisch bezeichnet. Haltung im Aquarium: Nur für erfahrene Halter geeignet. Es wird ein Aquarium von mindestens 2000 Liter empfohlen.



Steckbrief

lexID:
508 
AphiaID:
219886 
Wissenschaftlich:
Rhinecanthus rectangulus 
Umgangssprachlich:
Humudrückerfisch 
Englisch:
Wedge-tail Triggerfish 
Kategorie:
Drückerfische 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Chordata (Stamm) > Actinopterygii (Klasse) > Tetraodontiformes (Ordnung) > Balistidae (Familie) > Rhinecanthus (Gattung) > rectangulus (Art) 
Erstbestimmung:
(Bloch & Schneider, ), 1801 
Vorkommen:
Ägypten, Amerikanisch-Samoa, Andamanensee, Australien, Chagos-Archipel (Britisches Territorium im Indischen Ozean), Cookinseln, Fidschi, Französisch-Polynesien, Guam, Hawaii, Indien, Indischer Ozean, Indonesien, Indopazifik, Japan, Kenia, Kokos-Keelinginseln, La Réunion, Lord Howe Insel, Madagaskar, Malediven, Marquesas-Inseln, Marshallinseln, Mauritius, Mikronesien, Mosambik, Neukaledonien, Neuseeland, Niue, Nördliche Mariannen, Norforkinsel, Palau, Papua-Neuguinea, Philippinen, Pitcairn Gruppe, Rotes Meer, Samoa, Seychellen, Sri Lanka, Süd-Afrika, Taiwan, Tansania, Tonga, Vanuatu, Vietnam, Weihnachtsinsel  
Größe:
26 cm - 30 cm 
Temperatur:
23°C - 26°C 
Futter:
Artemia, adult (Salzwasserkrebschen), Futtergarnelen, Garnelen, Krabben, Krill (Euphausiidae), Mysis (Schwebegarnelen), Seeigel 
Aquarium:
~ 2000 Liter 
Schwierigkeitsgrad:
Nur für erfahrene Halter geeignet 
Verwandte Arten im
Catalogue of Life:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2004-10-27 11:11:11 

Haltungsinformationen

(Bloch & Schneider, 1801)

Von IP :-)

Eckdaten:
Anzahl der gehaltenen Tiere: 1
Länge des gehaltenen Tieres: ca. 10 cm
max. Länge (ausgewachsen): ca. 25-30 cm
Zeitraum der Pflege: ca. 8 Monate
Herkunft : Sri Lanka & Hawaii
Beckengröße: 768 Liter Liter
Lichtleistung (gesamt): 500 Watt Watt

Synonyme::
Balistapus rectangulus (Bloch & Schneider, 1801)
Balistes echarpe Anonymous, 1798
Balistes rectangulus Bloch & Schneider, 1801
Rhinecanthus echarpe (Anonymous, 1798)
Rhinecanthus rectangulatus (Bloch & Schneider, 1801)
Rhinecanthus retangulus (Bloch & Schneider, 1801)



Eigene Erfahrungen mit der Ernährung des Fisches:
Der Humudrücker ist ein Allesfresser. Sein Speiseplan reicht von "Kleinfutter" Artemia und Mysis bis zu grobem Futter wie Krabben, Garnelen, Tintenfischstückchen und Muschelfleisch. Desweiteren frisst der Humudrücker getrocknete Algen und Salat. Probleme oder Verweigerung bei der Futterannahme lassen sich immer auf Krankheiten zurückführen, da bei den gehaltenen und beobachteten, gesunden Tieren eine sofortige Futterannahme zu beobachten war.


Eigene Erfahrungen mit dem Sozialverhalten des Fisches:
Zu der Päarchenhaltung des Humudrücker kann ich leider nichts sagen, da ich bisher nur über ein Tier verfügt habe.

Der Humudrücker benimmt sich manchmal recht neutral gegenüber Neuankömmlingen. Manchmal gibt es die ein oder andere Drohgebärde, vor allem, wenn der Neuankömmling ihm ähnlich sieht. Meist legt sich dieses Verhalten aber nach einem Tag wieder. Bei einem Angriff kann er sich sehr stark wehren und je größer er wird, desto mehr traut er sich auch zu. Dieser Fisch sollte nur mit robusten Tieren vergesellschaftet werden.

Der Humudrücker läßt sich nicht ganz so problemlos in ein Becken mit niederen Tieren integrieren, wie es z.B. beim Rotzahndrücker der Fall ist. Er frisst keine Steinkorallen, geht aber (wenn auch sehr sehr selten) an Weichkorallen ran. Dieses Verhalten konnte aber nur beobachtet werden, wenn der Drücker am hungern ist, wie das z.B. der Fall war, als ich ihn vom Händler geholt hatte. Als "Schädigung" kann man das aber nicht einstufen, da ein einzelner Biss im Zeitraum von einem Monat keine Weichkoralle schädigen kann. Ein etwas größeres Problem stellt der Humudrücker bei der Vergesellschaftung von Tridacna Muscheln dar (ähnlich wie der Pikasso-Drücker). Während mittlere (ab 10 cm) und große (ab 20 cm) Muscheln überhaupt nicht beachtet werden, kann es zu Problemen mit kleinen Muscheln kommen. Der Pikasso ärgert die Tiere dann und beißt ihnen in die Manellappen. Dieses Verhalten ist auf seine Neugier zurückzuführen. Während sich die großen Muscheln unbeeindruckt vollkommen öffnen, zucken die Kleinen immer wieder zusammen und zeigen ihre neuen weissen Ringe. Genau auf diese Ringe hat es der Humudrücker abgesehen. Das Ganze geht so weit, bis die Muschel an den Schädingungen stirbt und der Pikassodrücker das Muschelfleisch frisst. Hier spielt auch der Lerneffekt eine Rolle: Fischkadaver und Muschellreste sollte schnell aus dem Becken entfernt werden, da sich der Humudrücker sonst an den Geschmack gewöhnt, und es zu weiteren Übergriffen kommen kann.

Das Umbauen des Aquariums nach seinen Wünschen, wie schon von anderen Drückern berichtet wird, konnte ich beim Humudrücker nicht beobachten. Wie schon gesagt, ist er hier dem Pikassodrücker sehr ähnlich (zumal sie von den selben Fangebieten kommen).

Unmöglich ist die Vergesellschaftung mit Röhrenwürmern, sowie jeglichen Arten von Krebsen und Garnelen (Knallkrebs, Putzergarnelen), da diese auf seinem Speiseplan stehen. Seeigel sollten eher dicke Stachel haben. Bei Diademseeigeln kommt es zum Stutzen der Stachel bis auf eine Länge von 2-4 cm. Seesterne und Schnecken werden eigentlich immer in Ruhe gelassen. Einsiedlerkrebse aus dem Mittelmeer (meist Mitbringsel) werden restlos verputzt, tropische Tiere hingegen werden verschohnt.

Eigene Erfahrungen mit der Krankheitsanfälligkeit des Fisches:
Der Humudrücker ist robust gegen Krankheiten. Oodinium und Cryptocarion konnte ich bis jetzt nicht beobachten. Der Humudrücker zeigt keine Eingewöhnungsprobleme und ist relativ hart im nehmen.

Eigene Empfehlungen zur erforderlichen Beckenausstattung:
Viel Schwimmraum sollte einem Humudrücker geboten werden. Längere Becken sind dabei von Vorteil. Sollte sich der Drücker bedrängt vorkommen, reagiert er mit Übergriffen auf andere Fische und übertriebenem, gereiztem Verhalten. Wichtig: wo der Humudrücker hinbeisst, wächst "kein Gras" mehr.
Da der Humudrücker viel frisst, ist auch mit erhöhter Wasserbelastung zu rechnen. Auf eine ausreichende Abschäumung und sonstige Wasserreinigung (gegen Nitrat und Phosphat) ist zu achten.
Humudrücker springen recht selten aus dem Becken. Dennoch sollte ein Drückerfischaquarium immer gegen Ausbruch gesichert sein!
Zum Riffbau sollte noch gesagt werden, dass sich die Tiere gerne verstecken und ihnen deswegen auch viele Versteckmöglichkeiten geboten werden sollen. Zum Schlafen verdrückt sich jeder Drücker in seine eigene Höhle.

Eigene Einschätzung des Schwierigkeitsgrades:
Kategorie: 4

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Im Gegensatz zum Pikassodrücker ist der Humudrücker ein wenig schreckhafter. Also nicht wundern, wenn er das Fressen nur sehr ungern von Hand nimmt.
Dieser Fisch eignet sich nicht für Anfänger, da er bei einigen niederen Tieren heikel sein kann. Eine gute Planung ist deswegen wichtig. Wer einen Humudrücker hält, kann sich die Haltung von kleinen Tridacnas beispielsweise total abschminken. So etwas ist nicht möglich.
Humudrücker beißen sehr viel im Boden und auf Steinen herum, was immer Sediment aufwirbelt. Das kommt allen niederen, filtrierenden Tieren zugute.
Der Humudrücker eignet sich auch recht gut als "Ungeziefer-Vernichter". Jeder neue Stein wird mit peinlichster Genauigkeit auf Mitbewohner durchsucht. Sollte er irgendwo einen (Knall-) Krebs entdeckt haben, sitzt er stundenlang vor der Behausung des Tieres, bis er es erwischt hat. Außer Planarien frisst er alle Schädlinge, die auf Korallen mitkommen können.

Systematik: Biota > Animalia (Kingdom) > Chordata (Phylum) > Vertebrata (Subphylum) > Gnathostomata (Superclass) > Pisces (Superclass) > Actinopterygii (Class) > Tetraodontiformes (Order) > Balistidae (Family) > Rhinecanthus (Genus)

Weiterführende Links

  1. Fishbase (multi)

Bilder

Allgemein

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Erfahrungsaustausch

Sunshine_junkie am 13.05.10#3
Kleiner Betrag aber nicht zur Haltung.
Dieser Fisch ist auf Hawaii so eine Art Staatssymbol und genießt dort eine besondere Stellung.

Dei Hawaiianische Name ist:
humuhumu-nukunuku-a-pua´a

Diese Name hat zwei Bedeutungen. Humuhumu heist übersetzt soviel wie "teile zusammenfügen" und nukunuku-a-pua´a "Nase wie ein Schwein"!

Deshalb wird er auch hier unter dem Namen Humudrückerfische gelistet.
Baschy am 22.07.08#2
Ich habe seit einiger Zeit einen Humud-Drücker und bin begeistert. Der Fisch verträgt sich eigentlich mit allen Fischen (insbesondere Doc), jagt Neuankömmlinge aber innerhalb der ersten Tage z.T. heftig, das legt sich dann aber realtiv schnell. Der Fisch ist allerdings äußerst wehrhaft, wenn er sich bedroht fühlt. Er hat (6 cm) kurz nach dem Einsatz ins Becken meiner Sternfleckmuräne (40 cm) und meinem Weißkehldoc (12 cm) klar gemacht, dass er sich weder fressen läßt noch rumschubsen - seither herrscht Friede Freude Eierkuchen. Auch dem Eindringling "Pflegerhand" wurde durch einen beherzten Biss (für die Fischgrösse verdammt schmerzhaft - ich will nicht wissen wie sich das bei einem grossen Drücker anfühlt) klar gemacht, dass er keine Angst hat. Seither interessiert er sich eher für meine Hand bzw. ignoriert diese.

Der Fisch frisst eigentlich so ziemlich alles und in Mengen, wie ein Scheunendrescher! Tagsüber ist er häufig damit beschäftigt den Sand des Beckens zu durchsuchen, welchen er ins Maul nimmt und anschliessend durch das Becken spuckt. Es kann u.U. von Nöten sein ein paar Korallen umzustellen (bei mir musste eine Fungia umziehen).

Mein Drücker geht an die Kolonie-Röhrenwürmer und schädigt diese (Reinbeissen in die Krone), aber sie werden nicht systematisch ausgerottet und erhohlen sich in der Regel wieder. An Korallen geht er bei mir nicht. Seeigel, Garnelen, Krebse und Muscheln habe ich keine in diesem Becken.

Das er systematisch auf "Schädlingsjagd" geht kann ich bestätigen, meiner hat meine Gänsefüsschenseesterne, einige Schneckenpopulationen sowie meine grösseren Borstenwürmer deutlich dezimiert. Hierbei sei angemerkt, dass diese Populationen z.T. recht beachtlich waren und nun auf ein "gesundes Maß" zusammengeschrumpft sind.

Was ich noch sagen muss - es ist der härteste Fisch, den ich je hatte. Mein Drücker ist mir beim Wasserwechsel (Kranz unten) aus dem Becken gesprungen und wurde von meinem Hund gleich ins Maul genommen. Schlimmeres konnte ich verhindern, aber fast eine Minute im Hundemaul... Ich dachte der Fisch überlebt die Nacht nicht: falsch gedacht, nach zwei Stunden schwamm er wieder im Becken umher, als wäre nichts geschehen.



sierra am 18.09.07#1
Die Vergesellschaftung mit Röhrenwürmern ist bei meinem Exemplar kein Problem - jedenfalls solange der Röhrenwurm etwas größer ist. Mit Garnelen und Seeigeln wird allerdings kurzer Prozess gemacht.
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