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Stragulum bicolor Röhrenkoralle

Stragulum bicolor wird umgangssprachlich oft als Röhrenkoralle bezeichnet. Haltung im Aquarium: Berichte über eine erfolgreiche und längerfristige Haltung fehlen bisher. Giftigkeit: Vergiftungsgefahr unbekannt.


Profilbild Urheber MDPI Open Access Journals

Foto: Kolonie aus Kuwait auf natürlichem Substrat

/ open access / Fotograf H. Mahmood
Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers MDPI Open Access Journals

Eingestellt von AndiV.

Bilddetail


Steckbrief

lexID:
18517 
AphiaID:
1013053 
Wissenschaftlich:
Stragulum bicolor 
Umgangssprachlich:
Röhrenkoralle 
Englisch:
Tube Coral 
Kategorie:
Röhrenkorallen 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Cnidaria (Stamm) > Octocorallia (Klasse) > Malacalcyonacea (Ordnung) > Tubiporidae (Familie) > Stragulum (Gattung) > bicolor (Art) 
Erstbestimmung:
van Ofwegen & Haddad, 2011 
Vorkommen:
Arabisches Meer , Brasilien, Eingeführte Art, Guinea-Bissau, Karibik, Ost-Atlantik, Persischer Golf, Saint Martin / Sint Maarten, Süd-West-Atlantik, West-Afrika 
Meereszone:
Subtidal (Sublitoral, Infralitoral), ständig von Wasser bedeckte flache (neritische) Schelfregion, unterhalb der Niedrigwasserlinie bis zur Schelfkante in durchschnittlich 200 Meter Tiefe 
Meerestiefe:
1 - 27 Meter 
Habitate:
Brackwasser, Epibiont (auf anderen Organismen lebend), Meerwasser / Salzwasser, Offshore-Windparks, Öl-Plattformen, Sandige Meeresböden, Schiffwracks 
Größe:
bis zu 8cm 
Temperatur:
°C - 30°C 
Futter:
Suspensionsfresser (Schwebstofffresser), Zooxanthellen / Licht 
Schwierigkeitsgrad:
Berichte über eine erfolgreiche und längerfristige Haltung fehlen bisher 
Nachzucht:
Nicht als Nachzucht erhältlich 
Giftigkeit:
Vergiftungsgefahr unbekannt 
CITES:
Nicht ausgewertet 
Rote Liste:
NE nicht beurteilt 
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Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2026-08-07 18:16:14 

Haltungsinformationen

Stragulum bicolor ist eine krustenbildende Kolonien die auf sandigen Meeresboden als Epibiont auf natürlichen Substraten siedelt, wobei mit "natürlichen Substraten" zahlreiche Basibionten wie Muscheln, Seescheiden, Röhrenwürmer, Schwämme, Hydrozoen, Gorgonien, Moostierchen, Krustentiere gemeint sind.
In letzter Zeit mehren sich auch Fundmeldungen an den Stützpfeilern von Ölplattformen und an Schiffwracks.

Stragulum bicolor bildet warzige Kolonien, die meist rötlich sind und große Polypen mit robusten, kurzen und einziehbaren Tentakeln an markanten Kelchen aufweisen.

Diese krustenbildende Kolonien zeigen ein warziges Erscheinungsbild mit einem schlankes Koenenchym, dessen Dicke selten 0,5 mm überschreitet.
Die Polypen sitzen in weißen Anthokodien, deren Durchmesser zwischen 0,4 mm und 2,7 mm variiert, sie haben kurze Tentakeln und können sich mit vollständig eingezogenen Tentakeln in konischen Kelchen von bis zu 5 mm Höhe zurückziehen.

Das Koenenchym an der Basis der Kolonie weist verschmolzene Sklerite auf, während die obere Schicht Strahlen und Querverbindungen mit einer Länge von 0,10–0,18 mm aufweist
Die Sklerite des Anthokodiums sind bestehen aus kleinen Schuppen von 0,08–0,12 mm und Tentakel mit winzigen Spindeln.
Die innere Schicht des Koenenchyms ist farblos, die obere Schicht rot oder rötlich.

Samimi-Namin et al. (2022) schreiben:
„Aufgrund der begrenzten Anzahl der in dieser Studie berücksichtigten Exemplare ist es nach wie vor nicht möglich, das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Art zu bestimmen oder festzustellen, ob es sich möglicherweise um eine eingeschleppte Art handelt.
Das Fehlen historischer Nachweise, ihre Fähigkeit, künstliche Substrate zu bewachsen, sowie eine wachsende Zahl von Beobachtungen sprechen jedoch für den invasiven Charakter der Art in brasilianischen und karibischen Gewässern und deuten daher darauf hin, dass sie möglicherweise von anderswo in den Atlantik eingeschleppt wurde.“

Der Schlangenstern Ophiothela mirabilis wird regelmäßig auf den Kolonien der Koralle beobachtet, es wurde festgestellt, dass sich die Nacktschnecke Marionia limceana ausschließlich von Stragulum bicolor ernährt.
Interessant ist, dass auch Stragulum bicolor und ihrem Fressfeind Amphidinolide extrahiert werden konnten, dies sind eine Gruppe von mehr als 30 komplexen, zytotoxischen Makroliden aus Meerestieren, die starke Wirkung gegen Krebszellen zeigen und von Dinoflagellaten der Gattung Amphidinium abstammen.

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