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Balanopsammia wirtzi Steinkoralle

Balanopsammia wirtzi wird umgangssprachlich oft als Steinkoralle bezeichnet. Haltung im Aquarium: Berichte über eine erfolgreiche und längerfristige Haltung fehlen bisher. Giftigkeit: Vergiftungsgefahr unbekannt.


Profilbild Urheber Prof. Dr. Peter Wirtz, Madeira


Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers Prof. Dr. Peter Wirtz, Madeira . Please visit www.inaturalist.org for more information.

Eingestellt von AndiV.

Bilddetail


Steckbrief

lexID:
8596 
AphiaID:
743504 
Wissenschaftlich:
Balanopsammia wirtzi 
Umgangssprachlich:
Steinkoralle 
Englisch:
Balanopsammia Wirtzi 
Kategorie:
Steinkorallen LPS 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Cnidaria (Stamm) > Anthozoa (Klasse) > Scleractinia (Ordnung) > Dendrophylliidae (Familie) > Balanopsammia (Gattung) > wirtzi (Art) 
Erstbestimmung:
Ocana & Brito, 2013 
Vorkommen:
Kapverdische Inseln, Ost-Atlantik, West-Afrika 
Meereszone:
Intertidal (Eulitoral), Gezeitenzone zwischen der Hoch- und Niedrigwasserlinie, die vom Wechsel zwischen Ebbe und Flut geprägt ist -bis 15 Meter Tiefe 
Meerestiefe:
1 - 10 Meter 
Größe:
bis zu 2.5cm 
Temperatur:
20°C - 27°C 
Futter:
Azooxanthellat, Plankton (pflanzliche und tierische Mikroorganismen), Zooplankton (Tierisches Plankton) 
Schwierigkeitsgrad:
Berichte über eine erfolgreiche und längerfristige Haltung fehlen bisher 
Nachzucht:
Keine 
Giftigkeit:
Vergiftungsgefahr unbekannt 
CITES:
Anhang II (kommerzieller Handel nach einer Unbedenklichkeitsprüfung des Ausfuhrstaates möglich) 
Rote Liste:
NE nicht beurteilt 
Weiter verwandte Arten im Lexikon:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2024-03-30 21:43:38 

Haltungsinformationen

Ocana & Brito, 2013

Von Dr. Peter Wirtz, nachdem diese neu entdeckte Steinkoralle benannt wurde, haben wir auch ein Foto mit mehreren Tieren erhalten. Vielen herzlichen Dank dafür.

Steinkorallen der Familie Dendrophylliidae haben alle keine Zooxanthellen. Sie ernähren sich rein vom Planktonfang.

Eine genaue Zuordnung der einzelnen Tiere ist nur anhand des Sitzes der Mesenterien (Falte der Coelomwand (Mesoderm), in der bei den meisten Tieren (Coelomata) der Darm aufgehängt ist) möglich, dazu muss allerdings das Korallenskelett untersucht werden. Alternativ müsste eine DNA-Untersuchung durchgeführt werden.

Optisch ist die Farbe des Korallenpolypen unterschiedlich und bei Tubastraea micranthus ist eine Verzweigung vorhanden. Die Familie Dendrophylliidae Korallen (z.B. Tubastraea, Dendrophyllia, Balanophyllia, Rhizopsammia, Cladopsammia, Heteropsammia, Endopsammia) zählt zu den nicht riffbildenden Korallen.

Aquariumbedingungen
Die Platzierung der Koralle sollte nicht in direkter Beleuchtung erfolgen, des Weiteren ist eine laminare (keine sichtbaren Turbulenzen (Verwirbelungen / Querströmungen) starke Strömung vorn Vorteil. Wichtig: Keine direkte Strömung, ansonsten wird dies zu Gewebeschäden führen.

Empfehlung - die Koralle sollte in einem Artenbecken gepflegt werden.

Fütterung
Die Familie Dendrophylliidae Korallen haben keine Zooxanthellen und leben nicht vom Licht. Die Azooxanthellen Korallen beherbergen keine symbiotischen Algen, die über Fotosynthese Nährstoffe und Energie produzieren.

Vor der Fütterung sollten die Pumpen abgeschaltet werden. Damit die Koralle im Aquarium überlebt, ist eine ausreichende Fütterung jeden einzelnen Polypen notwendig, d. h. eine tägliche bzw. 3 - 4x pro Woche Fütterung notwendig. Ohne Fütterung wird die Koralle im Aquarium nicht überleben. Die Polypen benötigen eine gewisse Zeit um das Futter (Granulat oder Staubfutter (Ultramarin, Cyclop Eeze) oder Frostfutter (Lobstereier, Mysis)) auf zu nehmen, sind Garnelen und Fische vorhanden, werden diese versuchen das Futter zu entziehen, also diese Mitbewohner unbedingt vorher füttern. Kleine Polypen können jedoch auch große Futterstücke aufnehmen.
Tipp zum Frostfutter
Das Auftauen des Frostfutters sollte nicht mit Osmose- oder Leitungswasser erfolgen sondern mit Meerwasser.

Frisch eingesetzte Korallenstöcke können mit einem Flüssigfutter, z. B. von PolypLab Polyp, animiert werden, damit sich die einzelnen Polypen öffnen. Erst dann kann eine Fütterung durchgeführt werden.

Je besser die einzelnen Polypen die gereichte Nahrung aufnehmen, desto besser sind die Wachstum- bzw. Vermehrungsraten.

Die Polypen benötigen eine Weile bis sie sich an eine Fütterung bei Tageslicht gewöhnt haben. Mit einer langen Futterpipette kann jeder Polyp gezielt gefüttert werden bzw. flüssiges Futter mit der Pipette regt Anfangs das Öffnen der Polypen an.
Ein gutes Hilfsmittel zu „ruhigen“ Fütterung ist eine Futterglocke die über die Koralle gestülpt werden kann, so können Fische & Co. nicht stören.

Vermehrung
Bei guter Pflege kann sich die Polypenanzahl innerhalb von 6 Monaten verdoppeln.
Eine Fragmentierung ist nicht so einfach und es kann durch Gewebeschäden zu Verlusten kommen. Bei geschlechtlicher Vermehrung entlässt jeder einzelne Polyp Planulalarven, die sich dann im Aquarium festsetzen, und dort auch größere Flächen überziehen können. Von dort können sie dann auf einen Ablegerstein geklebt werden.



Unterschiedlich von anderen Korallen dieser Art und auch deutlich von Balanophyllia und Cladopsammia unterscheidet, wurde diese Koralle einer neuen Gattung zugeordnet.

Diese neue Steinkoralle wurde in unterschiedlichen Umgebungen wie Gezeitenpools mit einem kontinuierlichen Wasserdurchfluss und in flachen Felsriffen bis zu etwa 10 Metern.Die angetroffenen Kolonien hatten bis zu 15 Koralliten gebildet, ihr Gewebe war rosafarben, rötlich und orange.

Fundorte: Kapverdische Inseln, Sao Tiago Insel und der Sal Insel, nordöstlich der Kapverdischen Inseln.

Während andere azooxanthellate Korallen auch in Unterwasserhöhlen angetroffen wurden, so war dies bei Balanopsammia wirtzi nicht der Fall.

Ähnliche Art: Cladopsammia rolandi.

Bilder

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