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Macrocarijoa humboldti Röhrenkoralle

Macrocarijoa humboldti wird umgangssprachlich oft als Röhrenkoralle bezeichnet. Haltung im Aquarium: Berichte über eine erfolgreiche und längerfristige Haltung fehlen bisher. Giftigkeit: Vergiftungsgefahr unbekannt.


Profilbild Urheber ResearchGate

/ Foto: Kanarische Inseln, Ost-Atlantik, vor der Küste von West-Afrika

A. Große baumartige Kolonie. B. Detailansicht der Verzweigungen und epibiotischen Algen.
Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers ResearchGate

Eingestellt von AndiV.

Bilddetail


Steckbrief

lexID:
18149 
AphiaID:
1792673 
Wissenschaftlich:
Macrocarijoa humboldti 
Umgangssprachlich:
Röhrenkoralle 
Englisch:
Tube Coral 
Kategorie:
Röhrenkorallen 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Cnidaria (Stamm) > Octocorallia (Klasse) > Malacalcyonacea (Ordnung) > Carijoidae (Familie) > Macrocarijoa (Gattung) > humboldti (Art) 
Erstbestimmung:
Ocaña & Correa, 2024 
Vorkommen:
Endemische Art, Kanarische Inseln, Ost-Atlantik, West-Afrika 
Meereszone:
Subtidal (Sublitoral, Infralitoral), ständig von Wasser bedeckte flache (neritische) Schelfregion, unterhalb der Niedrigwasserlinie bis zur Schelfkante in durchschnittlich 200 Meter Tiefe 
Meerestiefe:
40 - 45 Meter 
Habitate:
Meerwasser / Salzwasser, Riffwände 
Größe:
bis zu 50cm 
Temperatur:
20,2°C - 20,6°C 
Futter:
Azooxanthellat, Filtrierer, Kieselalgen (Diatomeen), Organische Schwebstoffe, Plankton (pflanzliche und tierische Mikroorganismen), Ruderfußkrebse (Copepoden), Suspensionsfresser (Schwebstofffresser) 
Schwierigkeitsgrad:
Berichte über eine erfolgreiche und längerfristige Haltung fehlen bisher 
Nachzucht:
Nicht als Nachzucht erhältlich 
Giftigkeit:
Vergiftungsgefahr unbekannt 
CITES:
Nicht ausgewertet 
Rote Liste:
NE nicht beurteilt 
Weiter verwandte Arten im Lexikon:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2026-02-13 17:15:51 

Haltungsinformationen

An der nordöstlichen Küste von Teneriffa (Kanarischen Inseln) wurde in den Jahren2020 und 2021 bei Tauchgängen in Tiefen zwischen 40 bis 45 Meter Kolonien einer bis dato unbekannten Röhrenkoralle entdeckt.
Die Kolonien dieser azooxanthellaten Röhrenkoralle wurden an senkrechten Riffwänden entdeckt, ein Habitat, dass von aufsteigenden und nahrungsreichen, tieferen Wasserzonen profitiert.

Die größte Kolonie hatte folgende Abmesseungen erreicht: 50cm Breite und 50cm Höhe.

Der Holotyp MMC-T-96, Fundort bei Radazul,15.02.24, ist eine große Kolonie mit einer stolonalen Basis, mit mehreren Zweigen, die aus einem gemeinsamen Stolon hervorgehen.
Die Kolonie weist einige Anastomosen auf, ist von Fadenalgen besiedelt, und wächst im oberen Teil einer senkrechten Wand, ist jedoch an einem verlorenen gegangenen Seil befestigt.
Die Anthokodien sind leuchtend weiß, Stiel und Kelche sind blassweiß bis blassrosafraben gefärbt.

Paratypus MMC-T-97, Fundort bei Radazul, 01.09.2021, ist eine große Kolonie ohne Stolon und Basis, besiedelt von Fadenalgen und einigen Schwämmen, wächst im oberen Teil einer senkrechten Wand, ist jedoch an einem verlorenen Seil befestigt, große Kelche,
Anthocodiae mit denselben Farbdaten wie der Holotypus.

Paratyp MMC-T-98, Radazul, Teneriffa, 01.09.2021; 28° 23’ 59.19362”N 16° 19’ 10.53369”W, zwei mittelgroße bis kleine Kolonien, einige Fragmente, mit reduzierter Basis und einigen wachsenden Stolonen,
Anastomosen vorhanden, besiedelt von Fadenalgen und einigen Schwämmen, wachsen im oberen Teil einer senkrechten Wand, sind jedoch ebenfalls an einem verlorenen Seil befestigt
Die Polypen besitzen große Kelche, Anthocodiae mit denselben Farbdaten wie der Holotypus.

Paratyp TFMC-BM/CN-195, Fundort Radazul, 01.09.2021, ist eine große Kolonie mit Basis und zwei kleinen Fragmenten, besiedelt von Schwämmen, wächst im oberen Teil einer senkrechten Wand, ist jedoch an einem verlorenen Seil befestigt,
Anthocodiae leuchtend weiß, Stiel und Kelche blassweiß bis blassrosafarben gefärbt

Paratyp TFMC-BM/CN 196, Fundort Radazul, 01.09.2021ist eine mittlere und eine große Kolonie mit reduzierten Basen, außerdem zwei Fragmenten, besiedelt von Schwämmen, wachsend im oberen Teil einer senkrechten Wand, aber an einem verlorenen Seil befestigt,
Diese Kolonien besitzen große Kelche, Anthocodiae mit denselben Farbdaten wie der Paratypus TFMC-BM/CN 195.

Paratyp TFMC-BM/CN 197; Fundort Radazul, 01.07.2020 besteht aus zwei mittelgroße Kolonien ohne Basis, die im oberen Teil einer senkrechten Wand wachsen, aber an einem verlorenen Seil befestigt sind.
Die Polypen besitzen ebenfalls große Kelche, Anthokodien mit denselben Farbdaten wie der Paratypus TFMC-BM/CN 195.

Diagnose: Große Population mit einer Breite von bis zu einem Meter und einer Höhe von 50 cm, Äste, die aus kurzen Ausläufern nach oben wachsen und Büschel bilden (s Anastomosen wurden in zwei Fragmenten beobachtet, die auf zwei Arten verliefen:
a) Verbindung benachbarter Äste durch eine dicke, kurze oder breite Brücke aus Coenenchym, die entlang des Astes verläuft (siehe Abb. 3, D der Erstbeschreibung).
b) Verbindung von Ästen und Polypen durch einen kleinen Punkt (siehe Abb. 3 der Erstbeschreibung) .

Die großen Kelche (5–6 mm lang), einige davon bis zu 1 cm, besitzen unauffällige oder schwach erkennbare Skleritrillen.
Es gibt Bereiche mit einer hoher Kelchdichte (5–12/cm) oder geringer Dichte (4–5/cm). I
m Querschnitt zeigt sich eine typische Anordnung von 8 Kanälen um das Zentrum herum und kleine Kanäle unterschiedlicher Größe in geringer Dichte, die sich entlang des Coenenchyms verteilen (siehe Abb. 3, F).
Anthocodia weisen eine leuchtend weiße Farbe im Stiel auf.

Ökologie:
Über die ökologischen Lebensräume dieser Art ist nur sehr wenig bekannt, die große baumartige Kolonie wurde in einer Tiefe von 40–45 Metern gefunden, verbunden mit einem Seil, das mit Hilfe der Wasserbewegung eine bemerkenswert verzweigte Struktur bildet.
Dies ist der einzige Lebensraum, in dem die Art bisher auf Teneriffa nachgewiesen wurde.
Es ist zu erwarten, dass die Art aus tropischen Gebieten stammt und verschiedene Lebensräume bewohnt.
Die meisten Zweige waren von Fadenalgen und auch Schwämmen besiedelt, die auf dem vergrößerten Stiel von Macrocarijoa humboldti lebten.
Größere Polypen mit Fangfäden, die sich der Wasserbewegung anschließen, können die Fressleistung der Kolonie verbessern.

Anmerkungen:
Zweifellos gehört die Art aufgrund der Maße der Anthocodialstäbchen zu dieser Unterfamilie, jedoch aufgrund der großen Kelche (5–10 mm), die mit den kleinen verzierten Stäbchen (0,5–0,15 mm) verbunden sind, zu einer separaten Gattung.
Die charakteristischen Solenia von Carijoa spp., die in unserem Artikel untersucht wurden, sind ebenfalls ein stichhaltiges Argument dafür, die Art in einer separaten Gattung unterzubringen.

Die Art unterscheidet sich deutlich von den anderen in diesem Artikel untersuchten Arten, vor allem aufgrund der kleineren verzierten Stäbchen im Kelch, ein Merkmal, das bei anderen untersuchten Materialien und in durchsuchten Artikeln mit entsprechenden Beschreibungen aus der Karibik (siehe Bayer, 1961; Laackmann, 1909) und auch anderen geografischen Gebieten (siehe Bayer, 1961; Müller, 1867; Laackmann, 1909; Vargas & Breedy, 2022; McFadden & van Ofwegen, 2012).
Der eher durchsichtige tentakuläre Anthocodialhals und die Scheibe, die etwas in den Mundbereich der Tentakel hineinragt, die sehr kleinen calyxförmigen Stäbchen und die größeren Polypen sind weltweit charakteristische Merkmale dieser Art.

Etymologie:
Der Artname "humboldti" ist dem Wissenschaftler und Biologen Alexander von Humboldt gewidmet.

Literaturfundstelle:
Ocaña Vicente, O; Correa Bethencourt, D.; Monterroso Hoyos, O.; Rosales Ruíz, A.; Congil Ross, A.; Herrera Pérez, R.; Moro Abad, L.; García Díaz, M.; Cozzi Febles, S.; Tovar Berrera, C. J.; Brito Hernández, A. (2024).
One ancient endemic species and five new exotic crypto-species of Carijoidae family (Anthozoa: Octocorallia) from Canary Islands sea-bottoms, caused by global shipping.
Rev. Acad. Canar. Cienc. XXXV, 87-130.

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