Anzeige
Fauna Marin GmbH Tunze Aqua Medic BAS Fauna Marin GmbH

Ilyella gigas Krustentiere fressender Strudelwurm

Ilyella gigas wird umgangssprachlich oft als Krustentiere fressender Strudelwurm bezeichnet. Haltung im Aquarium: Für Aquarienhaltung nicht geeignet. Giftigkeit: Vergiftungsgefahr unbekannt.


Profilbild Urheber Béatrice Serventi

Ilyella gigas,Province Sud, Nouvelle-Calédonie 2025


Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers Béatrice Serventi Béatrice Serventi. Please visit www.inaturalist.org for more information.

Eingestellt von Muelly.

Bilddetail


Steckbrief

lexID:
17884 
AphiaID:
483395 
Wissenschaftlich:
Ilyella gigas 
Umgangssprachlich:
Krustentiere fressender Strudelwurm 
Englisch:
Crab Eating Flatworm 
Kategorie:
Strudelwürmer 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Platyhelminthes (Stamm) > Polycladida (Ordnung) > Ilyplanidae (Familie) > Ilyella (Gattung) > gigas (Art) 
Erstbestimmung:
(Schmarda, ), 1859 
Vorkommen:
Guam, Indopazifik, Japan, Marshallinseln, Neukaledonien, Palau, Sri Lanka, Taiwan 
Meereszone:
Intertidal (Eulitoral), Gezeitenzone zwischen der Hoch- und Niedrigwasserlinie, die vom Wechsel zwischen Ebbe und Flut geprägt ist -bis 15 Meter Tiefe 
Meerestiefe:
Meter 
Habitate:
Geröllböden, Gezeitentümpel / Felsenpools, Gezeitenzone, Meerwasser, Unter Felsen 
Größe:
3,5 cm - 10 cm 
Temperatur:
°C - 28°C 
Futter:
Garnelen, Karnivor (fleischfressend), Krabben, Krustentiere, Räuberische Lebensweise 
Schwierigkeitsgrad:
Für Aquarienhaltung nicht geeignet 
Nachzucht:
Keine 
Giftigkeit:
Vergiftungsgefahr unbekannt 
CITES:
Nicht ausgewertet 
Rote Liste:
NE nicht beurteilt 
Weiter verwandte Arten im Lexikon:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2025-11-18 13:39:51 

Haltungsinformationen

Ilyella gigas (Schmarda, 1859)

Typuslokalität zur Beschreibung von Ilyella gigas ist Sri Lanka.

Der Körper ist abgeflacht und erreicht eine Länge von etwa 10 cm. Der Rücken ist mit zahlreichen dunkelbraunen oder schwarzen Flecken bedeckt. Körperform oval, Vorderende etwas breiter als Hinterende. Dorsale Grundfarbe cremeweiß mit unterschiedlich großen braunen Sprenkeln, die über den gesamten Rücken verteilt sind und sich in der Mittellinie konzentrieren, welche eine schmale braune Mittellinie bildet.

Man findet die Tiere oft langsam kriechend in Gezeitentümpeln oder unter Geröll versteckt, sowohl tagsüber als auch nachts.Bei der Jagd umschlingt der Wurm seine Beute und stülpt dann seinen Rachen aus, um die Verdauung außerhalb des Körpers zu ermöglichen. Gelegentlich kann man im Gezeitenbereich Bilder von Plattwürmern beobachten, die kleine Krebse jagen.

Ilyella gigas ist ein räuberischer Strudelwurm, der sich auf das Erbeuten von Krabben und Knallkrebsen spezialisiert hat. Der Strudelwurm erbeutet seine Opfer hauptsächlich in Gezeitenpools.

Das sich Ilyella gigas auf Krustentiere als Nahrung spezialisiert hat (Hauptnahrung ist Actaeodes tomentosus), ist ungewöhnlich und ist auch der Wissenschaft neu. Zahlreiche Strudelwurmarten fressen Seescheiden, Moostierchen und andere sessile Organismen. Unter ihnen gibt es aber auch Muschel-, Seepocken-, Schuppenwurm- und Gehäuseschneckenfresser.

Nachdem Ilyella gigas ein Krebstier mit seinem membranösen, aber stark gekräuselten Pharynx gefangen hat, umschließt er seine Beute mit der hinteren Körperhälfte. Der Pharynx verdaut das Krebstier extern. Erbeutet wurden nachweislich u.a. Felsenkrabben (Actaeodes tomentosus), Dekorateurkrabben (Camposcia retusa), eine Dunkelfingerkrabbe (Eriphia scabricula) und eine Knallkrebsart (Alpheus strenus) in Gezeitentümpeln sowohl tagsüber als auch nachts. In allen Fällen wurden die Beutetiere ohne wirksamen Widerstand verzehrt, was darauf hindeutet, dass Ilyella gigas möglicherweise narkotische Sekrete freisetzt, die beim Beutefang wirken.

In einer Laborstudie aus dem Jahr 2024 wurden von Ilyella gigas auch Einsiedlerkrebse, Süßwassergarnelen und Leptodius sanguineus gefressen! Die Studie aus 2024 kommt zu der Erkenntnis (übersetzt aus dem Englischen): Wie weit verbreitet die Prädation von Einsiedlerkrebsen durch Plattwürmer weltweit ist, ist derzeit unklar. Unsere Ergebnisse unterstreichen jedoch, dass ihre Ernährung vielfältiger ist als bisher angenommen und bei weiteren Arten und an weiteren Standorten dokumentiert werden sollte.

Die Gattung Ilyella beinhaltet aktuell nur drei beschriebene Arten:
Ilyella gigas (Schmarda, 1859)
Ilyella purpurea Stummer-Traunfels, 1933
Ilyella yrsa Marcus & Marcus, 1968

Synonyme:
Centrostomum gigas Schmarda, 1859 · unaccepted
Discoplana gigas Schmarda, 1859 · unaccepted
Discoplana subviridis Plehn, 1896 · unaccepted
Euplana gigas (Schmarda, 1859) · unaccepted
Euplana subviridus (Plehn, 1896) · unaccepted
Leptoplana gigas Schmarda, 1859 · unaccepted
Leptoplana lactea (Stimpson, 1857) · unaccepted
Leptoplana subviridis Plehn, 1896 · unaccepted
Susakia badiomaculata Kato, 1934 · unaccepted
Susakia subviridis (Plehn, 1896) · unaccepted

Bilder

Allgemein


Erfahrungsaustausch

0 Haltungserfahrungen von Benutzern sind vorhanden
Alle anzeigen und mitreden!