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Aoroides semicurvatus Pazifischer Flohkrebs

Aoroides semicurvatus wird umgangssprachlich oft als Pazifischer Flohkrebs bezeichnet. Haltung im Aquarium: Für Aquarienhaltung nicht geeignet. Giftigkeit: Vergiftungsgefahr unbekannt.


Profilbild Urheber Marco Faasse, Holland

Foto: Putti’s Place, Oosterschelde, Holland


Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers Marco Faasse, Holland Please visit www.acteon.nl for more information.

Eingestellt von AndiV.

Bilddetail


Steckbrief

lexID:
13688 
AphiaID:
488695 
Wissenschaftlich:
Aoroides semicurvatus 
Umgangssprachlich:
Pazifischer Flohkrebs 
Englisch:
Pacific Amphipod 
Kategorie:
Andere Krebstiere 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Arthropoda (Stamm) > Malacostraca (Klasse) > Amphipoda (Ordnung) > Aoridae (Familie) > Aoroides (Gattung) > semicurvatus (Art) 
Erstbestimmung:
Ariyama, 2004 
Vorkommen:
Ärmelkanal, Biscaya, Deutschland, Europäische Gewässer, Frankreich, Holland, Invasive Spezies, Japan, Korea, Nordsee, Ost-Atlantik 
Meerestiefe:
0 - 0,5 Meter 
Größe:
0,2 cm - 0,43 cm 
Temperatur:
°C - 27°C 
Futter:
Plankton (pflanzliche und tierische Mikroorganismen) 
Schwierigkeitsgrad:
Für Aquarienhaltung nicht geeignet 
Nachzucht:
Nicht als Nachzucht erhältlich 
Giftigkeit:
Vergiftungsgefahr unbekannt 
CITES:
Nicht ausgewertet 
Rote Liste:
NE nicht beurteilt 
Verwandte Arten im
Catalogue of Life:
  • Aoroides columbiae
  • Aoroides exilis
  • Aoroides inermis
  • Aoroides intermedius
  • Aoroides nahili
  • Aoroides secunda
  • Aoroides spinosus
 
Weiter verwandte
Arten im Lexikon:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2021-03-06 17:45:41 

Haltungsinformationen

Ein kleines Wesen auf großer (unerwünschter) Reise!

Der pazifische Flohkrebs wurde 2004 aus der Bucht von Osaka in Japan erstbeschrieben, und inzwischen gelangte über Korea, durch den Indischen Ozean, über die Biscaya, Holland bis nach Sylt in Norddeutschland.

Hier eine Zusammenfassung über Funde in Holland:

Am 11. November 2017 wurde ein Exemplar des pazifischen Amphipoden Aoroides semicurvatus im südwestlichen Deltagebiet der Niederlande gesammelt.
Dies ist der erste Nachweis aus Europa außerhalb Frankreichs.
Anschließend, am 18. und 23. November, wurden Dutzende von Exemplaren aus etwa einem halben Liter Rotalgen von zwei Standorten in der Oosterschelde, bei Goes und Colijnsplaat, gesammelt.
Am 9. Dezember wurden aus Rotalgen aus Gorishoek weniger als zehn Exemplare gefunden. Die Oosterschelde ist ein Gebiet mit Muschelzucht und Freizeitschifffahrt. Muschelimporte oder weniger wahrscheinlich der Transport mit Sportbooten könnten der Einschleppungsvektor gewesen sein.
Aoroides semicurvatus wurde hauptsächlich von der pazifischen Rotalge Caulacanthus okamurae auf pazifischen Austern und Felsbrocken im unteren Teil der Gezeitenzone gesammelt.
Dieses Mikrohabitat beherbergt in den Niederlanden nur wenige einheimische Amphipoden.
Ökologische Auswirkungen der Einführung sind nicht offensichtlich.
Ein Effekt, der jedoch immer offensichtlicher wird, ist der große und schnell wachsende Anteil an exotischen Arten im Deltagebiet der Niederlande.

Hier eine kurze Zusammenfassung der Funde in Frankreich:

Die Amphipoden-Gattung Aoroides wird zum ersten Mal in europäischen Meeresgewässern beschrieben. Exemplare von Aoroides semicurvatus und Aoroides curvipes wurden zwischen 2009 und 2014 in Austernriffen in der Bucht von Arcachon und 2014 im See von Hossegor (SW Frankreich) gesammelt.
Exemplare von Aoroides longimerus wurden 2013 und 2014 in subtidalen Pantoffelbänken und Zostera marina-Wiesen in der Bucht von Arcachon und 2014 auf Schwimmpontons in der Bucht von Brest (Westfrankreich) gesammelt.
Diese in Asien beheimateten Arten wurden möglicherweise versehentlich durch Austerntransfers und in die Bucht von Brest sowohl durch Austerntransfers als auch durch den Schiffsverkehr in die Bucht von Arcachon und den See von Hossegor eingeführt.

Es stellt sich die Frage, wie der kleine Flohkrebs diesen gigantisch langen weg bewältigen konnte, es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Aoroides semicurvatus durch menschliche Aktivität in die Nordsee eingeschleppt wurde, denkbar seien Schiffspassagen oder Aquakulturen.
«Jedes Jahr werden Dutzende Arten in Nord- und Ostsee eingeschleppt, vor allem durch den Schiffsverkehr.»

Inzwischen ist der Flohkrebs mit der pazifischen Auster auf um Sylt angekommen!
Es bleibt abzuwarten, wie weit die Reise des kleines Meereskrebschens noch gehen wird.

Aoroides semicurvatus kommt unter Steinen, selten zwischen Algen, in der unteren Gezeitenzone vor.

Namensgebung: Der Artnamen "semicurvatus", im Lateinischen bedeutet das Wort "etwas gekrümmt", in Anlehnung an die Form des männlichen Gnathopoden.

Wir bedanken uns bei Marco Faasse, Holland für das erste Foto des kleinen Amphipoden!
www.acteon.nl

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