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Montipora hoffmeisteri - Kleinpolypige Steinkoralle


Allgemeine Informationen
Wissenschaftlich: Montipora hoffmeisteri
Deutsch: Kleinpolypige Steinkoralle
Vorkommen: Australien , Great Barrier Riff
Größe: bis zu 30 cm
Temperatur: 24°C - 27°C
Futter: Plankton, Zooxanthellen / Licht
Aquarium: ~ 200 Liter
Schwierigkeitsgrad mittel

Haltung Montipora hoffmeisteri
Wells, 1954

Korallen der Gattung Montipora:

Steinkorallen sind riffbildende, in den Weltmeeren lebende wirbellose, sessile und koloniebildende Nesseltiere, die ein Kalkskelett ausbilden.
Sie leben über ihre Zooxanthellen hauptsächlich von Licht, sind aber auch in der Lage, mit ihren Polypen Plankton zu fangen.

Sie entziehen dem Meerwasser Calcium und in geringerem Maße auch andere Elemente, und produzieren so mehrere Gramm Kalk am Tag, wodurch sie auch im großen Ausmaß die heute bekannten Korallenriffe bildeten.

Die Arten der Gattung Montipora sind, ebenso wie Acropora-Korallen, ebenfalls häufig sehr farbenfreudig und ihre längerfristige, erfolgreiche Haltung gilt seit vielen Jahren als hohe Kunst.

Schon seit Ende der 1980er Jahre werden sie in Aquarien gehalten und im Laufe der 1990er Jahren dann sogar vielfach gezüchtet.
Die Haltung und asexuelle Vermehrung über Ableger wurde sehr schnell beliebt, weshalb heute neben kommerziellen Züchtern auch private Aquarianer Korallenableger anbieten.

Die Zucht bei Steinkorallen ist denkbar einfach, da sie letztlich nur fragmentiert werden müssen.
Man bricht ein Stück der Mutterkoralle ab und der so gewonnene Ableger wächst (meist auf ein Stück Lebendgestein geklebt), ähnlich wie bei den Pflanzen, unter guten Bedingungen, zu einer eigenen Koralle heran.

Steinkorallen unterscheidet man in Hobbykreisen anhand der Größe ihrer Polypen grob gesehen in Small Polyp Scleractinians (kleinpolypige oder SPS-Korallen) und in Large Polyp Scleractinians
(großpolypige oder LPS-Steinkorallen.

Nicht alle SPS-Korallen sind in ihren Haltungserfordernissen gleich, auch hier gibt es Arten die weniger empfindlich sind als andere.
Vorausschicken möchten wir dieser Stelle schon; dass es etliche Montipora-Arten gibt, die einfacher in der Haltung sind als Acroporas.

Aber man darf sich nicht täuschen lassen.
Es gibt ebenfalls genug Korallen, die mindenstens die gleichen Anforderungen an die Wasserqualität stellen, wie die Korallen der Gattung Acropora.

Allgemeines:
Taxonomen gehen heute von 18 Steinkorallenfamilien mit insgesamt über 100 Gattungen aus.
Die beiden Gattungen Montipora (über 70 Arten - Veron 2000) und Acropora (über 180 Arten - Veron 2000) gehören dabei zu den arten- und zahlreichsten.

Die Pflege von kleinpolypigen Steinkorallen war und ist aufgrund der Anforderungen der Korallen an Wasserqualität und Beleuchtung in der Regel weit aufwendiger,
als die der meisten LPS-Korallen und der zooxanthellaten Weichkorallen.

Daher kam auch erst mit den Möglichkeiten der Abschäumung und dem Einsatz von Lebendgestein eine bessere Wasserqualität zustande,
sowie durch eine bessere Beleuchtung und eine bessere Calciumversorgung die dauerhafte Haltung und Vermehrung auf.
Seit die Haltung von SPS-Korallen für viele zum erreichbaren Ziel wurde, stehen zooxanthellate Weichkorallen kaum mehr im Hauptfokus der meisten Aquarianer.

Die Identifizierung von kleinpolypigen und großpolypigen Steinkorallen ist nicht immer einfach, trotz wirklich guter Werke, wie den Buch von Veron, Corals of the World,
oder der AIMS Seiten – vor allem, da eine eindeutige Identifikation eigentlich anhand des Kalkskelettes vorzunehmen wäre.

Man darf auch nicht vergessen, dass viele Tiere im Aquarium nicht mehr so aussehen, wie in der Natur, und ihr Erscheinungsbild durch Strömung, Licht sowie andere Einflüsse ändern.

Zu den wichtigen Parametern:
Licht:
Alle kleinpolypigen Steinkorallen aus der Gattung Montipora benötigen eine sehr hohe Lichtstärke.
Sie sollten daher bei durchschnittlicher Beleuchtung eher oben im Becken angesiedelt werden.

Wärme/Kälte:
Korallen der Gattung Montipora vertragen längerfristig weder Wassertemperaturen unter 20 Grad noch über 30 Grad.
Beide Fälle werden sie mit Ausbleichen quittieren.

Strömung:
Sie vertragen eine durchaus gute Strömung, wobei der Pumpenauslass niemals direkt auf eine Koralle gerichtet sein sollte.
Am besten sind wechselnde, eher turbulente Strömungsverhältnisse geeignet.

Wasserparameter:
Spurenelemente, (Calcium 420-440 mg/L, Magnesium 1100-1300 mg/L, KH unter 8, Strontium 8 mg/L). Wasserwechsel: mind. 5% die Woche oder 10% im Monat.

Wasserqualität:
Möglichst dauerhaft stabiles und klares Wasser, gegebenenfalls rät sich eine Kohlefilterung oder Ozonisierung zur Beseitigung von Gelbstoffen an. Der Eimervergleich (weiße, gleich große Behältnisse, in einem Eimer frisch angesetztes Wasser, im anderen Eimer Aquarienwasser) zeigt Ihnen schnell, ob Ihr Wasser im Aquarium so klar ist, wie frisches Wasser.
Acroporas mögen nicht in einer gelben Brühe stehen.

Nitrat NO3:
weniger als 5 mg/L.

Phosphat PO4:
weniger als 0,1 mg/L besser sogar im Bereich von 0,01 mg/L.

Während großpolypige Steinkorallen auch mit höheren Nährstoffwerten meist noch zurechtkommen, zeigen bestimmte Montipora-Korallen bisweilen auch einen Farbverlust,
bzw. das Wachstum der Tiere wird teilweise gestört. Korallen die ehemals bunt waren, schlagen dann schnell in ein oft unansehnliches braun um.
Schuld daran ist das höhere Angebot an Nährstoffen.
Je mehr Nährstoffe, desto mehr Zooxanthellen bilden sich, und desto dunkler wird das Tier werden.
Besteht langfristig ein Überangebot oder Ungleichgewicht an Nährstoffen, so kann es zu Gewebsauflösungen kommen.
Das betrifft nun nicht alle Montiporas, da es durchaus einige gibt, die man als Anfängerkoralle bezeichnet, da sie auch mit höheren Nitratwerten noch zurechtkommen.

Zu guter Letzt:
Vergessen wir nicht den Aspekt des Tier– und Umweltschutzes, den alle Korallenzüchter mittlerweile leisten.
Je mehr Ableger, desto weniger Entnahmen in der Natur.
Glücklicherweise hat sich da letzten in den Jahren viel getan.
So werden heute bevorzugt Korallen aus Aquakultur angeboten und als Nachzuchttiere verkauft.

Systematik
Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
Unterabteilung: Hohltiere (Coelenterata)
Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Zoantharia
Ordnung: Steinkorallen
Wissenschaftlicher Name: Scleractinia

Hinweis:
In den Jahren von 1997 bis 2003 wurde diese Koralle unter dem Namen Australische Monitpora verkauft.
Richtig war der Name nicht.
Auch bei Veron im Coral of the World findet sich kein Hinweis darauf, dass es eine Montipora australiensis oder ähnlichen Namen gibt.
Später dann unter dem richtigen Namen identifziert, wobei uns die Bilder, die bei AIMS gezeigt werden, im Vergleich auch nicht wirklich zusagen.

Alles in allem eine der leicht zu haltenden Montipora-Arten, die nicht so hohe Ansprüche haben.
Haben wir selber lange gepflegt und vermehrt.
Im Deutschen Handel daher an sich weit verbreitet und als Ableger zu bekommen.

Weiterführende Links
LinksHandel Züchter
AIMS
Aquazoo exclusiv
12R-Chris
ABC-Korallen
alexvogelv
Carsten Roth
christian fries
ChristophKlose
Cypex
Daniel B.
emig2000
Fischly
GD
Guido K.
Jens13
MoFi
Pascal
Roberto Rödel
TierInMir
Tommy
XynX
Benutzer Kommentare (8)

Derzeit werden 4 Fachkommentare angezeigt. Weitere 4 Kommentare sind versteckt.Klicken Sie hier um alle Kommentare anzuzeigen

 
8 Ronny Willner
Dabei seit : 10.02.2006
Kommentare von diesem Benutzer im Lexikon 6
Platzierung: Sitzt in meinem Aquarium nicht direkt unter der Beleuchtung (HQI 150 Watt) in circa 40 cm Tiefe und geringfügiger Strömung auf einer Riffkante.

Phänotypische Veränderungen: Nach einer Eingewöhnungsphase im Wachstum eher gehemmt. Nach etwa einem halben Jahr entwickelte sie sich in meinem Becken unter den oben genannten Bedingungen bis zum heutigen Tag prächtig. Nahm innerhalb von drei Jahren in ihrer Größe um mehr als das siebenfache zu. Ist somit wohl als recht schnellwüchsig einzustufen. Wächst flächenmäßig an der Riffwand entlang und bildet Terrassen zum Freiwasser.

Farbe: Basis der Koralle ist ein hellgraues Skelett, überzogen mit einer bräunlichen Membran auf der lichteinfangenden Seite. Tausende Millimeter graßgrüner Polypen geben der Koralle einen grünlichen Stich.

Ernährung: keine Zusatzfütterung erforderlich. Gedeiht unter Licht hervorragend.

Feinde: Sind mir keine bekannt. Verträgt sich bei mir bestens mit Doktor-, Falter-, Anemonenfischen und anderen Arten.

Fazit: Schnellwachsende, nach der Eingewöhnung für mich leicht zu haltende Koralle, die keine großen Ansprüche stellt.


Schwierigkeitsgrad : einfach
    Beitrag vom 26.11.2009 - 16:35

Am 26.11.2009 durch einen Administrator geändert  
6 Roberto Rödel
Dabei seit : 12.11.2007
Kommentare von diesem Benutzer im Lexikon 7
Ich habe dieses Tier vor etwa 3 jahren als Ableger (ca. 5x5 cm) erhalten. Seit dem wächst sie unaufhörlich und auch realtiv schnell. Ich habe sie recht weit oben direkt an meinem Überlaufschacht plaziert (Beleuchtung 6x54W T5). Sie hat mittlerweile die gesamte Breite des Schachts und selbst den Ablaufkamm überwachsen. Ich muß regelmäßig Fragmente brechen, um ihr etwas Einhalt zu gebieten. Fazit: eine Platzierung im oberen Beckenbereich ist für diese Koralle sehr dienlich.


Schwierigkeitsgrad : mittel
    Beitrag vom 20.10.2008 - 09:29  
4 Sisk
Dabei seit : 28.09.2007
Kommentare von diesem Benutzer im Lexikon 1
Dieses Tier bekam ich als "Bruchstück" für einen Obulus von gerade einmal 5€ bei einer Größe von 5x5cm.
Die erste Zeit legte ich diese Koralle auf einen von mir ausgewählten Stein oberhalb des Beckens.
Leider wurde diese in Regelmäßigen Abständen von Einsiedlerkrebsen verschoben oder gar umgeworfen.Diese legte ich konsequent immer wieder auf den von mir ausgewählten Stein.
Erste Wachstumsränder zeigten sich nach ca. 2 Monaten und die Koralle passte wie ein Schlüssel/Schloss Prinzip auf den Stein,wo sie schliesslich nicht mehr verschoben werden konnte.
Seitdem langsames aber stetiges Wachstum.
Braucht viel Licht, gute Wasserwerte, ständige Zuführung von Kalkwasser und stabile Wasserwerte CA/MG, sowie eingefahrenes Aquarium von mind. einem 1/2 Jahr.Sie wächst über den kompletten Stein, und ist sehr hübsch anzuschauen bei diesem leuchtenden Grün,Kalk zugabe sollte angemessen sein, was vielleicht das Problem der oberen Usern sein könnte.


Schwierigkeitsgrad : kein Anfängertier
    Beitrag vom 28.09.2007 - 23:36  
2 Steffen Schwarz
Dabei seit : 27.04.2005
Kommentare von diesem Benutzer im Lexikon 27 Videos von diesem Benutzer im Lexikon hochgeladen 3
Eine wirklich sehr schöne Steinkorallenart die bei mir flachwachsend die Steine "überzieht".
Habe einen Ableger (3x3 cm) dieser Koralle umständehalber in ein 3 Wochen junges Becken eingebracht und sie hat ihre Grösse in den letzten 4 Monaten etwa verdoppelt. Vorsicht beim Umgang mit der Koralle ist geboten, ich habe sie schon zwei mal versehentlich fragmentiert.
Ein kleines Bruchstück hat sogar einige Wochen kopfüber im Sand hinter dem Riff liegend überlebt und erholt sich jetzt nachdem ich sie gefunden und "gerettet" habe erstaunlich schnell, zeigt wieder Polypen und entwickelt wieder die tolle grüne Farbe. Mag viel Licht und scheint bei guter Strömung besser (schneller) zu wachsen als in ruhigeren Bereichen.

Schwierigkeitsgrad : sehr einfach
    Beitrag vom 15.08.2005 - 13:08  



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