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yankee
Dabei seit : 08.01.2009 |
Mein aquaristischer Traum war immer Seepferdchen zu halten. Letztes Jahr war es soweit: 250l-Becken (Eckbecken) Seepferdchengerecht eingerichtet, voll mit Caulerpa taxifolia, Festhaltemöglichkeiten, mäßiger Strömung, normale T5-Beleuchtung. Besatz 4 H. reidi (2 schwarz, 2 gelb) und 5 Kardinalsgarnelen, 2 Grundeln. Ein schwarzes Pferdchen hatte schon bei der Lieferung per Express einen Pilzbefall am Kopf, es starb noch am selben Abend. Das Becken mit den restlichen 3 Tieren sah trotzdem wunderschön aus: Blaue Rückwand, viel LS, sehr viele grüne Caulerpa taxifolia, knallrote Garnelen und DIESE TOLLEN SEEPFERDCHEN. Absolut notwendig war mehrfach tägliche (4-6 x) Fütterung, nur Frostfutter (Mysis, Krill, weniger Artemia). Die Tiere gingen sofort und gierig ans Futter. Ein wirklich einmaliges (Sozial-)Verhalten. Fütterung aus der Hand war bald möglich. Sie hielten sich auch mit ihren Schwänzen an meinen Fingern fest, um schnell an ihr Futter zu gelangen. Keine Probleme mit den Kardinalsgarnelen und Grundeln, die eingesetzt wurden, um Futterreste zu beseitigen. Nur bei den Grundeln musste man aufpassen, damit sie den Pferdchen das Futter nicht wegschnappen. Während der Fütterung idealerweise Strömung abstellen/ minimieren, da die Tiere Beute erst länger beäugen bevor sie zu schnappen. Manchmal schwimmen sie davontreibendem Futter auch seepferdchenmäßig "flott" hinterher. Als das erste Seepferdchenmännchen (das verbleibende schwarze Tier) schwanger war (Paarung konnte ich leider nicht beobachten), geschah es: Blasenkrankheit. Es trieb mit seiner Bauchtasche an der Oberfläche, die Eier wurden herausgedrückt, lagen am Boden :o((( Aus der Bauchtasche traten Blasen aus. Wir konnten es nicht mehr retten. Furchtbarer Anblick. So waren es nur noch 2 - die Gelben. Nach einiger Zeit stellte das kleinste gelbe Tier (ca. 8 cm) die Nahrungsaufnahme ein. Es verhungerte trotz vermehrter Fütterungsversuche kläglich über einen Zeitraum von 2 Monaten (!). Ich sollte erwähnen, dass es am Futter interessiert war, hinschwamm, zuschnappen wollte, aber irgendwie zu wenig Kraft aufbringen konnte. Einige Zeit nach seinem Tod starb auch das letzte gelbe Pferdchen am gleichen Tod wie das kleine Gelbe. Nach der letzten Futteraufnahme lebte es noch gut eine Woche. Für mich hat sich das Thema damit erledigt, ich überlasse die Seepferdchen denen, die sie züchten, erfolgreich halten können, sich darauf spezialisiert haben, demzufolge sehr sehr viel Zeit für sie haben, und den Zoo´s. Ich finde sie noch immer faszinierend, aber der Tod eines jeden meiner 4 Pferdchen hat mich so sehr betroffen - wohl wegen ihres besonderen Aussehens, welches mich an unsere echten Pferde (meine 2. Große Leidenschaft neben der Aquaristik) hinterm Haus erinnert. Es sind ganz besondere Fische, die nicht mit "normalen" Fischen verglichen werden können. Wir haben alles versucht, sie optimal zu halten. Die Vorbereitungszeit lag bei 2 Jahren, ich war aktuell in schwanger zu Hause und dann in Elternzeit (während evt. Abwesenheit hätten sich meine Eltern gekümmert) sodass eine Betreuung der Tiere absolut gewährleistet war. Bitte wirklich reiflich überlegen, ob man diesen Tieren wirklich gerecht werden kann. Sie sterben manchmal über mehrere Monate hinweg, ohne dass man ihnen das ansieht. Und wenn man es doch weiß, dass ein Seepferdchen sterben wird, und man nur tatenlos zusehen kann ... ich finde es so furchtbar, dass ich auf die Haltung dieser Tiere nach meinen gemachten Erfahrungen verzichten werde. Bitte unbedingt im Internet vorab informieren und auch die entsprechende Literatur nutzen - und direkt vom Züchter kaufen, möglichst selbst abholen. Unser Eckbecken wird nun umgestaltet zum Steinkorallen-Fisch-Becken. Viel Glück und Erfolg allen, die den Einstieg in die Seepferdhaltung wagen!
Schwierigkeitsgrad : Expertentier !! Kaum gut Haltbar |