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Phormidium corallyticum "Schwarzes Band"-Krankheit

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Photographers: James Lea / Jon Shrives E-mail: jonshrives@yahoo.com

Eingestellt von AndiV.
Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers Gemeinfrei (Gemeinfrei) Bilddetail


Steckbrief

lexID:
10947 
Wissenschaftlich:
Phormidium corallyticum 
Umgangssprachlich:
"Schwarzes Band"-Krankheit 
Englisch:
Black Band Disease 
Kategorie:
Krankheiten 
Stammbaum:
Bacteria (Reich) > Cyanobacteria (Stamm) > Cyanophyceae (Klasse) > Oscillatoriales (Ordnung) > Oscillatoriaceae (Familie) > Phormidium (Gattung) > corallyticum (Art) 
Erstbestimmung:
(Rützler & Santavy) D.Casamatta, D.Stanic, M.Ganta, 2012 
Vorkommen:
Zirkumtropisch 
Verwandte Arten im
Catalogue of Life:
  • Phormidium africanum
  • Phormidium ambiguum
  • Phormidium angustissimum
  • Phormidium autumale
  • Phormidium bigranulatum
  • Phormidium bohneri
  • Phormidium corium
  • Phormidium crosbyanum
  • Phormidium crouani
  • Phormidium favosum
 
Weiter verwandte
Arten im Lexikon:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2017-08-06 18:23:32 

Haltungsinformationen

Phormidium corallyticum (Rützler & Santavy, 1983)

Die "Schwarzes Band"- Krankheit ist aufgrund ihres markanten Aussehens eine der am leichtesten zu identifizierenden Korallenkrankheiten überhaupt, sie entsteht regelmäßig, wenn einige Stressoren das empfindliche biologisch-chemische Gleichgewicht der Korallen stören, hierzu gehören eine Sedimentation, ein zu hoher Nährstoffgehalt, die anhaltende Verschmutzung der Meere und zu hohen Wassertemperaturen, wie sie durch das bekannte El Niño Phänomen entstehen.

Unter diesen Voraussetzungen siedeln sich auf dem gesunden Korallengewebe Cyanobaktieren der Art Phormidium corallyticum sowie Sulfid oxidierenden und Sulfat reduzierenden Bakterien an, die durch ihren Stoffwechsel eine Senkung des Sauerstoffniveaus, einer Erhöhung des giftigen Schwefelwasserstoffs und möglicherweise auch durch von den Cyanobaktieren produzierten Toxinen zum rapiden Absterben des Gewebes führen.
Die Krankheit zieht sich hierbei bandförmig durch das Korallengewebe und hinterlässt dann nur noch das nackte, weiße Korallenskelett.

Die "Schwarzes Band"- Krankheit wurde in den 1970er Jahren zuerst auf Monstastrea und Diploria-Steinkorallen beobachtet, inzwischen wurde nachgewiesen, dass sich die Krankheit auf über 40 Korallenarten in allen tropischen Korallenriffen verbreiten kann.

Die amerikanischen Wissenschaftler, Dr. Laurie L Richardson und Dr. Kevin G Kuta haben im Jahr 2003 einen Aufsatz über die an der Schwarz Band Krankheit beteiligten Bakterien veröffentlicht, den vollständigen Text finden Sie unter den Links.

Bei ihren Untersuchungen wurden folgende Ergebnisse fixiert:
1. Das chemische Wirken aus Sauerstoffzehrung in Verbindung mit Sulfid (Sulfide sind Salze oder Ester des Schwefelwasserstoffs) ist tödlich für das Korallengewebe

2. Die Fotosynthese des an der Krankheit beteiligten Bakteriums Phormidium corallyticum erreicht seine höchsten Werte bei Wassertemperaturen zwischen 30 °C und 32°C, bei Temperaturen um 16°C erfolgt keine Fotosynthese des Bakteriums mehr.

3. Die schädigenden Prozesse der beteiligten Bakterien werden durch ein fehlen von Nitrogen = Stickstoff und einer Sedimentierung / Sedimentration von lebendem Korallengewebe beschleunigt.

Lösungsvorschläge:
Eine starke Absenkung der Temperatur und ein Einsatz von stickstoffbindenden Bakterien könnte das Fortschreiten der Krankheit im Aquarium und in den Riffen zum Stillstand bringen.

Berichte australische Meeresbiologen bestätigen, dass die Krankheit in den kalten Jahreszeiten deutlich zurückgeht, sich aber mit ansteigenden Wassertemperaturen wieder ausbreitet.

Weitere interessante Ergebnisse der Untersuchung:
- Für das Ausbleichen der Korallen (Freisetzung der Zooxantehllen) ist initial das Bakterium Vibrio shiloi verantwortlich
- Das Bakterium Aspergillus sydowii verursacht Infektionen bei Gorgonien
- Das Bakterium Aurantimonas coralicida verursacht eine partielle Schädigung von Steinkorallen (weiße Stellen, weiße Plage).




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