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Peter_07
Dabei seit : 06.11.2007 5 |
Ein durchaus für Meerwasser-Aquarien sehr zu empfehlender Fisch. Bei mir fressen sie Fadenalgen, putzen sich häutende Gorgonien und "schlürfen" sogar die Kahmhaut von der Oberfläche weg. Dazu, wie ich finde, sind es schöne Fische, die viel Spaß machen können.
Zum Hintergrund der Idee, sie in mein Becken zu setzen:
Durch das Halten von Breitflossenkärpflingen in Salztümpeln mit unterschiedlicher Salinität wurde herausgefunden, dass sowohl Breitflossenkärpflinge aus Salzwasserpopulationen als auch sogar Tiere aus Süßwasserpopulationen bei einer Salinität von 60 ppt (beinahe das Doppelte vom Meerwasser) dauerhaft leben können und sich hier sogar fortpflanzen (Nordlie et al. 1998). Eine erste Erklärung wurde bei dieser Versuchreihe im Blutplasma gefunden. Die Osmolarität von osmotisch wirksamen Bestandteilen ist bei dieser Art mit 350 mOsm/kg sehr hoch (sogar höher bei als der Meeräsche Mugil cephalus.). In früheren Studien wurde herausgefunden, dass Jungfische in reinem Meerwasser (35 ppt) schneller wachsen und sogar insgesamt größer werden, als in Süßwasser (Trexler & Travis, 1989).
Darüberhinaus gibt es offenbar stabile Populationen nicht nur in Lagunen/Ästuaren, sondern auch im Meer selbst (aber die Tiere werden höchstens wenige km von der Küste entfernt gefunden).
Noch etwas zu der sibernen Form:
Meine Fotos zeigen die siberne Zuchtform (die Wildform ist schwerer zu bekommen). Jedoch kommt diese Art auch in der Natur in verschiedenen Farbvarianten vor. Auch die Form der männlichen Rückenflosse ist variabel. Sie kann bei manchen Tieren so weit vergrößert sein, dass man sie leicht mit dem Segelkärpfling (P. verlifera) verwechseln kann. Der Ursprung der silberfarbenen Zuchtform ist ungewiss und es wird vermutet, dass auch P. velifera und möglicherweise auch P. sphenops ("Spitzmaulkärpfling"- bekannteste Zuchtform: "Black Molly") hineingekreuzt wurden. Es gibt auch von P.latipinna eine schwarze Zuchtform (veredelt aus natürlich vorkommenden schwazen Individuen). Diese wird auch als Black Molly bezeichnet, damit ist die Verwirrung perfekt. Der Name Molly kommt übrigens von dem veraltetem Gattungsnamen Mollinesia. Es handelt sich also bei verschiedenen "Mollies" nicht unbedingt um die selbe Art.
Meine Erfahrung mit der Ein-/Umgewöhnung:
Meine sogenannten "Silbermollies" stammen aus einem Baumarkt, in dem sie in reinem Süßwasser gehältert wurden. Sie haben eine äußere Erscheinungsform, welche der von P. latipinna am meißten ähnelt und waren auch als genau diese Art beschriftet. Die Umgewöhnung geht bei dieser Art (und so bitte nur mit dieser Art machen!!!) sehr einfach. Ich habe mittels Tröpchenmethode innerhalb von sechs Stunden aus Süßwasser 90% Meerwasser gemacht. Die Tiere haben keinerlei schlechtes Wohlbefinden gezeigt. Ich hatte eigentlich die Eingewöhnung über mehrere Tage geplant (bessere Variante!!), aber das Männchen begann immer heftiger zu balzen (noch im Eingewöhnungscontainer!!!). Das deutete ich offensichtlich richtig als positives Zeichen. Im Aquarium sollten die Tiere noch am selben Tag anfangen, Fadenalgen abzuknabbern, ansonsten geht es ihnen nicht gut.
Das größte Problem war die Strömung. Ich musste sie Anfangs drosseln und dachte schon, das das alles eine schlechte Idee war. Nach mehreren Tagen standen sie plötzlich genau so gut in der Strömung, wie echte Riffbewohner. Ich vermute, dass die Muskulatur und die gesamte Schwimmbewegung war in den strömungstoten Süßwasserbecken irgendwie degeneriert und musste sich erstmal regenerieren. Mittlerweile schwimmen sie auch nicht mehr so zappelnd herum, wie man das aus den Süßwasserbecken kennt, und die Strömung ist wieder sehr stark.
Ich denke auf den Bildern sieht man, dass sie sehr gut ernährt sind (vor allem das Weibchen hat in kurzer Zeit sehr zugenommen) und die Flossen gar keine Punkte, Risse oder Fäule haben. Solche Tiere bekommt man in Süßwasser dagegen nur selten zu sehen. Sie paaren sich mittlerweile sehr häufig und ich hoffe auf baldigen Nachwuchs. Dann wird natürlich nochmal berichtet.
Schwierigkeitsgrad : mittel |