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Ronny Willner
Dabei seit : 10.02.2006
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Händler: Den Rotaugen-Zwerglippfisch gibt es nicht so häufig im Handel für ~ 40 bis ~ 55 Euro. Ich selbst halte ein Pärchen jetzt seit gut einem Jahr in meinem Becken.
Pflege: Aufgrund ihrer Ängstlichkeit nach dem Einsetzen sollte man auf jeden Fall ein paar Versteckmöglichkeiten zum Zurückziehen anbieten können. Auch sollte das Aquarium nicht zu klein sein, da – wenn sie dann mal mutiger geworden sind – ausreichend Platz zum schwimmen brauchen und ausnutzen. Als unterstes Minimum würde ich ~450 Liter angeben. Mein Pärchen ist kaum zusammen unterwegs. Eine Einzelhaltung ist denke ich daher möglich. Ob das jedoch ratsam ist kann ich nicht sagen.
Phänotypische Veränderungen: Männliche und weibliche Rotaugen-Zwerglippfische unterscheiden sich in Ihrer Färbung kräftig voneinander. Beim Männchen ist der obere Teil des Kopfes gelb gefärbt. Hinterm Auge wird dieser leicht orange. Der Kiemendeckel und Rücken sind violett. Die Seitenlinie ist grünlich und der obere Teil der Rückenflosse Rot. Bauch-, Brust-, Schwanz- und Afterflosse sind hellblau. Der Bauch ist durchgehend farblos.
Weibchen sind wesentlich trister in ihrer Färbung. Die Seitenlinie ist leicht grünlich der Kopf kümmerlich rosa und der Bauch auch hier weißlich. Beide Geschlechter vereint ihr roter Augenring um deren Pupille und ihre bläulichen Flossen.
Verhalten: In der Eingewöhnung sind die Tiere häufig sehr gehemmt. Sie flüchteten nach ihrem Einsetzten bei mir sofort in den Riffaufbau und blieben dort für mehrere Tage (mein Weibchen sogar mehrere Wochen). Ich musste die Tiere nach dem Einsetzen gezielt füttern (das funktioniert mit einer alten Zahnbürste, Pipette oder Spritze (ohne Nadel) *g* sehr gut). Sehr langsam und mit viel Zeitaufwand bei der Fütterung trauten sie sich dann allmählich in die Schwimmzone.
Meine beiden Tiere sind keine Frühaufsteher und schwimmen auch kaum zusammen herum. Mein Weibchen schwimmt lieber mit meinen beiden Pracht-Zwerglippfischen (Cirrhilabrus exquisitus) herum als mit ihrem Gemahl. Auch ein Paarungsverhalten wie bei meinen Sechsstreifenlippfischen (Pseudocheilinus hexataenia) oder Gelbkopfunkern (Halichoeres iridis) im abendlichen Blaulicht konnte ich noch nicht feststellen. Eine Aquarienabdeckung kann ich aufgrund ihrer Schreckhaftigkeit nur empfehlen da sie manchmal fluchtartig springen. Jeder hat seine Lieblingshöhle in der sie die Nacht verbringen und sich bei scheinender Gefahr fluchtartig zurückziehen.
Ernährung: Flockenfutter wird anfangs nur zögerlich angenommen, wird dann aber immer beliebter. Leibspeise ist Artemia, Krill und Mysis. Auch Granulat wird gerne angenommen.
Fazit: Trotzt der Mühen nach dem Einsetzen meine beiden ans Futter zu bekommen möchte ich sie nicht mehr missen. Vor allem das Männchen bietet ein solch breites Farbspektrum welches selbst für Seewasserfische ungewöhnlich ist. Unglaublich zu was für Farben die Natur in der Lage ist.
Wie schon beschrieben springen die Tiere gerne (wie fast alle Lippfische). Wer ein offenes Becken hat wie ich :-/ sollte sich unbedingt etwas einfallen lassen. Im Baumarkt gibt es Klarsichtplastik-rollen das hat sich bei mir am geeignetsten erwiesen - sieht aus wie Glas und ist preiswert.
Hat man sie erst mal ans Futter bekommen halte ich die Haltung für normal schwierig. Die Tiere sind friedlich und attackieren bei mir keinen Neuzugänge.
Schwierigkeitsgrad : mittel |