Die Familie der Doktorfische stellt für die Korallenriff-aquaristik seit jeher die wohl interessanteste Fischart dar.
Kaum eine andere Fischfamilie findet so viel Beachtung wie die der Doktorfische. Es gibt wohl auch kaum ein Aquarium in dem diese wunderschönen, oft stolz schwimmenden Fische fehlen. Oftmals werden sogar mehrere Exemplare zusammen gepflegt, je nach Größe des Aquariums.
Den Namen "Doktorfisch" hat diese Familie erhalten da diese Art auf der Schwanzwurzel messerscharfe Stacheln (auch als Skalpell bezeichnet) oder dornartige Erhebungen haben. Damit ist es den Doktoren möglich sich zum einen zu verteidigen, oder um selbst anzugreifen - um anderen Fischen schwere Verletzungen hinzu zu fügen. Die letzt genannte ist allerdings eher selten, von sich aus greifen Doktorfische kaum an, zumindest nicht ohne trifftigen Grund.
Immer noch werden noch junge und somit kleine Doktorfische für kleine teils nur 300 Liter fassende Aquarien verkauft, was sich oft genug, hinterher zumindes,t als Fehler herausstellt. Oft zeigt sich bei den schwimmfreudigen Fischen das sie zu Hospitalismus neigen. Sie schwimmen dauernd an der Scheibe hin und her, sie fühlen sich vereinfacht gesagt nicht wohl. Oft ist es einfach nur Unwissen der Neuaquarianer oder der so oft schon passierte Schnellkauf weil einem ein Fisch besonders gut gefällt. Solche Käufe sollte man sich gut überlegen, und sich vorher kundig machen welche Pflegeansprüche ein Fisch beansprucht.
Die "Verpaarung" geht in einigen Fällen gut, in manchen aber hat es den Tod des zweiten Tieres zur Folge. Manches was anfangs gelingt geht später mit zunehmenden Alter der Doktoren doch schief.
Doktorfische bewohnen nur tropische Meere, und es gibt ca. 90 Arten in 6 Gattungen. Alle Doktorfische durchlaufen in ihrer Entwicklung ein planktonisches Larvenstadium. Allen gemeinsam ist das sie Algenfresser sind, die aber auch kleinste tierische Lebewesen mit den Algen zu sich nehmen, andere fressen bevorzugt Plankton. Doktorfische sind aufgrund des geringen Energiegehaltes ihrer Nahrung im Meer, zum dauernden Fressen gezwungen.
Doktorfische findet man vor allem an Stellen wo reichhaltiges Algenwachstum herrscht, in flachen Riffbereichen wo die Sonneneinstrahlung am höchsten, und das Algenwachstum am besten ist. Alle Doktorfische sind tagaktive Fische, die sich den ganzen Tag auf Futtersuche befinden. Mit ihren scharfen Zähnen weiden sie den Algenwuchs von Steinen und Korallen und nehmen dabei in der Hauptsache Algen auf. Dabei nehmen sie aber auch feine Sandkörnchen auf, die für den Verdauungsprozeß wichtig sind.
Doktorfische schwimmen mit den Brustflossen, die Schwanzflosse dient ihnen als Steuerung. Dadurch ensteht ein leicht schaukelnder Schwimmstil. Viele Doktorfische sind zu einem schnellen Farbwechsel fähig. Dies dient zum einen der Signalisierung für Putzerfische, aber auch als besonders Zeichen für Artgenossen.
Die meisten der Doktorfische leben heute deutlich länger als 10 Jahre im Aquarium, bzw. sehen wir das Alter von 10 Jahren eher als das Minimum an. Zurückzuführen ist das vermutlich mit auf die heute verbesserte Wasserqualität unserer Aquarien und der ausgewogeneren Ernährung durch mehr pflanzliches Futter.
Die Nahrung sollte ihren natürlichen Bedürfnissen angepasst sein. Da sie überwiegend pflanzliche Nahrung zu sich nehmen sollte man ihnen auch ein breites Spektrum an pflanzlicher Nahrung anbieten. Dazu gehören jegliche Sorten von Salat, Löwenzahn, Norialgen, aber auch Flockenfutter ( mit Spirulina) und natürlich Frostfutter das sie als Ergänzung ebenfalls gerne an nehmen. Doktorfische und ihre Verwandten wie zum Beispiel Kaninchenfische, vor allem aber Zebrasoma xanthurum neigen bei einer Fehlernährung zur sog. Kopf- und Seitenlinienkrankheit HLLE (Head & Lateral Line Erosion Disease)